Schlagwort-Archive: Vertrauen

Im Vorhof seines Heilgtums

Gott, du unser Beschützer, schau auf das Angesicht deines Gesalbten.
Denn ein einziger Tag in den Vorhöfen deines Heiligtums ist besser als tausend andere. (Ps 84,10-11)

Der Beter aus dem Psalm 84 scheint ein ähnliches Empfinden gehabt zu haben, wie wir.
Wir spüren, dass Gott uns nahe ist, aber gleichzeitig scheint er auch unfassbar, irgendwie entrückt.
Auch wenn wir uns zur Feier der Eucharistie versammeln, (und ihm daher doch ganz nah sind) so spüren wir doch auch, dass wir uns nur im Vorhof seines Heiligtums befinden.
Aber selbst hier erahnen wir seine Größe und Herrlichkeit.
In der Inständigkeit unserer Bitte, in der Geduld, in der gläubigen Zuversicht, in der Demut und Ehrfurcht, die wir Jesus entgegenbringen, kommt unser Vertrauen auf ihn und die Erhörung unser Bitten zum Ausdruck. Hier wird Glaube spürbar und greifbar.
Dieser Glaube, zu dem wir gerufen werden, wird immer wieder auf seine Echtheit geprüft. Mögen auch wir uns immer wieder um einen Glauben mühen, der dieser Prüfung standhält.

Advertisements

Kommentare deaktiviert für Im Vorhof seines Heilgtums

Eingeordnet unter Sonntagsgedanken

Vertrauen

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wenn ihr mich erkannt habt, werdet ihr auch meinen Vater erkennen. Schon jetzt kennt ihr ihn und habt ihn gesehen. Philippus sagte zu ihm: Herr, zeig uns den Vater; das genügt uns. Jesus antwortete ihm: Schon so lange bin ich bei euch, und du hast mich nicht erkannt, Philippus? Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen. Wie kannst du sagen: Zeig uns den Vater? Glaubst du nicht, dass ich im Vater bin und dass der Vater in mir ist? Die Worte, die ich zu euch sage, habe ich nicht aus mir selbst. Der Vater, der in mir bleibt, vollbringt seine Werke. Glaubt mir doch, dass ich im Vater bin und dass der Vater in mir ist; wenn nicht, glaubt wenigstens aufgrund der Werke! (Joh 14,7-11)

„Schon so lange bin ich bei euch, und du hast mich nicht erkannt?“ Er scheint sagen zu wollen: „Warum sucht Ihr nach Geheimnissen, wo die Dinge doch so offensichtlich sind.“ Für mich schwingt da die Frage mit: „Warum vertraut Ihr mir denn immer noch nicht? Ich bin in Gott und Gott ist in mir. Vertraut doch endlich. Macht die Augen auf, seht, begreift und entdeckt, dass es eigentlich doch ganz einfach sein müsste -, ganz einfach – zu glauben. Aber die Ängste halten so oft ab vom Glauben.
Nicht nur damals, auch heute. Die kleinen Ängstlichkeiten des Alltags genauso wie die Grundängste, die unser Dasein begleiten. „Glaubt an Gott! Und glaubt an mich“, sagt Jesus den Seinen in der Stunde des Abschieds. „Glauben“ heißt aus dem Hebräischen übersetzt „sich fest machen“, gemeint ist: vertrauen.
Wir können nicht leben ohne Vertrauen.
Diesem Gott, dem wir vertrauen dürfen, begegnen wir hier immer wieder in der Feier der Eucharistie.
Er legt sich uns in die Hände, er vertraut sich uns an, er geht unseren Weg mit.
Ihn treffen wir immer wieder in seinem Wort und im Sakrament, im „Geheimnis des Glaubens“.

Kommentare deaktiviert für Vertrauen

Eingeordnet unter Nachdenkliches

Aufbruch

In jenen Tagen sprach der Herr zu Abram: Zieh weg aus deinem Land, von deiner Verwandtschaft und aus deinem Vaterhaus in das Land, das ich dir zeigen werde. Ich werde dich zu einem großen Volk machen, dich segnen und deinen Namen groß machen. Ein Segen sollst du sein. Ich will segnen, die dich segnen; wer dich verwünscht, den will ich verfluchen. Durch dich sollen alle Geschlechter der Erde Segen erlangen. Da zog Abram weg, wie der Herr ihm gesagt hatte. (Gen 12,1-4a)

Dieser Text, der uns noch ganz am Anfang der Fastenzeit begegnet kann eine erneute Aufforderung und Einladung für uns sein, diese Vorbereitungszeit auf Ostern ernsthaft anzugehen.
Alles, was wir uns an Verzicht oder Einschränkung auferlegen, dient dem Aufbruch, dient dazu, einen Freiraum zu schaffen für Gott. Wir dürfen uns neu auf die Suche nach IHM in unserem Leben machen.
Haben wir da bei uns schon einen Ansatzpunkt gefunden? Etwa eine feste Gebetszeit?
Es braucht Mut, Kraft, Selbstüberwindung, vor allem aber braucht es absolutes Vertrauen auf Gott.
Es geht und es lohnt sich! Wir wissen es und wenn wir noch einen Anstoß oder Beweis benötigen, dürfen wir auf Abram blicken.
Zu ihm sagt Gott: „Durch dich sollen alle Geschlechter der Erde Segen erlangen.“ Und „Ein Segen sollst du sein.“
Wenn wir uns in dieser Fastenzeit aufmachen, dann sind wir wie Abram begleitet vom Segen Gottes und können ein Segen für andere werden. Andere haben dann die Chance, an uns zu erkennen, dass Gott in unserer Welt anwesend ist, dass er jemand ist, mit dem man rechnen darf und auf den man vertrauen kann.
Gott will für alle Menschen erfahrbar und sichtbar werden durch uns: durch die Menschen, die sich Christen nennen.

Kommentare deaktiviert für Aufbruch

Eingeordnet unter Sonntagsgedanken

Sorglos – Vertrauensvoll

„Macht euch also keine Sorgen und fragt nicht: Was sollen wir essen? Was sollen wir trinken? Was sollen wir anziehen? Denn um all das geht es den Heiden. Euer himmlischer Vater weiß, dass ihr das alles braucht. Euch aber muss es zuerst um sein Reich und um seine Gerechtigkeit gehen; dann wird euch alles andere dazugegeben.“ (Mt 6,31-33)

Das liest sich gut, und mag auch einleuchten. Aber wie kann das im Alltag aussehen? In Passivität zu verfallen, kann ja nicht die Lösung sein, denn wir brauchen Nahrung, Kleidung etc. In den Tag hinein zu leben irgendwann an der Realität des Lebens scheitern müssen.
Aber was tun, um die Worte Christi in rechter Weise umzusetzen? Vertrauen!! Das Notwendige tun, im Vertrauen, dass Gott um mich weiß und er mich im letzten hält. Er ist der tragende Grund meines Lebens. Auf ihn kann ich rückhaltslos vertrauen, wenn ich das Meinige getan habe.
So wie es Generationen vor mir auch schon getan haben und etwa die hl. Therese von Lisieux es ihren Mitschwestern empfiehlt. Wir sind vor Gott, so sagt sie, wie ein kleines Kind, das sich müht eine Treppe zu erklimmen: „Seien Sie damit einverstanden, dieses kleine Kind zu sein. Indem Sie alle Tugenden üben, heben Sie immer Ihren kleinen Fuß, um die Treppe der Heiligkeit zu besteigen. Es wird Ihnen aber nicht einmal gelingen, auf die erste Stufe zu steigen, doch der liebe Gott verlangt von Ihnen nur den guten Willen. Bald wird Er – von Ihren fruchtlosen Anstrengungen bewegt – zu Ihnen herunterkommen und Sie auf Seine Arme nehmen und Sie so für immer in Sein Reich emportragen“ (Apostolischer Prozess 1403)

„Zion sagt: Der Herr hat mich verlassen, Gott hat mich vergessen. Kann denn eine Frau ihr Kindlein vergessen, eine Mutter ihren leiblichen Sohn? Und selbst wenn sie ihn vergessen würde: ich vergesse dich nicht“ (Jes 49,14-15)

Kommentare deaktiviert für Sorglos – Vertrauensvoll

Eingeordnet unter Sonntagsgedanken

Senfkornglaube

In jener Zeit baten die Apostel den Herrn: Stärke unseren Glauben! Der Herr erwiderte: Wenn euer Glaube auch nur so groß wäre wie ein Senfkorn, würdet ihr zu dem Maulbeerbaum hier sagen: Heb dich samt deinen Wurzeln aus dem Boden, und verpflanz dich ins Meer!, und er würde euch gehorchen. (Lk 17,5+6)

„Wenn euer Glaube auch nur so groß wäre wie ein Senfkorn“ sagt Jesus, dann… ja, dann könnte er eine Menge bewirken.
Das ist kein Vorwurf, sondern eher ein Hinweis:
In uns steckt mehr Fähigkeit zum Glauben und Vertrauen, als wir es für möglich halten.
Sie muss nur entdeckt und entfaltet werden, diese Glaubenskraft.
Ich muss sie wachsen lassen. Ich darf ihr etwas zutrauen.
„Stärke unseren Glauben“, so bitten die Apostel.
Und der Herr verweist sie auf die inneren Kräfte, die Gott in jeden Menschen gelegt hat:
Vertraut darauf, ihr seid zu mehr fähig, als ihr meint!

Kommentare deaktiviert für Senfkornglaube

Eingeordnet unter Sonntagsgedanken

Ehrfurcht

1Als Jesus diese Rede vor dem Volk beendet hatte, ging er nach Kafarnaum hinein. 2Ein Hauptmann hatte einen Diener, der todkrank war und den er sehr schätzte. 3Als der Hauptmann von Jesus hörte, schickte er einige von den jüdischen Ältesten zu ihm mit der Bitte, zu kommen und seinen Diener zu retten. 4Sie gingen zu Jesus und baten ihn inständig. Sie sagten: Er verdient es, dass du seine Bitte erfüllst; 5denn er liebt unser Volk und hat uns die Synagoge gebaut.
6Da ging Jesus mit ihnen. Als er nicht mehr weit von dem Haus entfernt war, schickte der Hauptmann Freunde und ließ ihm sagen: Herr, bemüh dich nicht! Denn ich bin es nicht wert, dass du mein Haus betrittst. 7Deshalb habe ich mich auch nicht für würdig gehalten, selbst zu dir zu kommen. Sprich nur ein Wort, dann muss mein Diener gesund werden. 8Auch ich muss Befehlen gehorchen, und ich habe selber Soldaten unter mir; sage ich nun zu einem: Geh!, so geht er, und zu einem andern: Komm!, so kommt er, und zu meinem Diener: Tu das!, so tut er es.
9Jesus war erstaunt über ihn, als er das hörte. Und er wandte sich um und sagte zu den Leuten, die ihm folgten: Ich sage euch: Nicht einmal in Israel habe ich einen solchen Glauben gefunden.
10Und als die Männer, die der Hauptmann geschickt hatte, in das Haus zurückkehrten, stellten sie fest, dass der Diener gesund war.
(Lk 7, 1-10)

Die Haltung des Hauptmannes lässt Jesus und uns erstaunen. Vor allem die Art und Weise, in der er Jesus gegenübertritt ist bemerkenswert und kann auch uns anfragen.
– Der Hauptmann lebt eine Haltung der Ehrfurcht Jesu gegenüber („Ich habe mich nicht für würdig gehalten“)
– Aus seinen Worten spricht ein tiefer Glaube an und ein grenzenloses Vertrauen zu Christus („Sprich nur ein Wort“)

Das stellt uns vor die Frage, wie wir Jesus gegenübertreten:
– Wie nähern wir uns ihm im Gebet? Fordern wir, pochen wir auf unserem Recht, oder bitten wir vertrauensvoll?
– In welcher Haltung empfangen wir die Sakramente? Etwa das Bußsakrament oder die hl. Kommunion. Trauen wir der Barmherzigkeit Gottes, die er uns schenken will und treten wir in ehrfurchtsvoller Haltung zum Empfang der heiligen Kommunion?
– Rechnen wir im Alltag mit Jesus und seinem Eingreifen?

 

Kommentare deaktiviert für Ehrfurcht

Eingeordnet unter Allgemein, Sonntagsgedanken

In allen Generationen

Da sagte Mose zu Gott: Gut, ich werde also zu den Israeliten kommen und ihnen sagen: Der Gott eurer Väter hat mich zu euch gesandt. Da werden sie mich fragen: Wie heißt er? Was soll ich ihnen darauf sagen? Da antwortete Gott dem Mose: Ich bin der „Ich-bin-da“. Und er fuhr fort: So sollst du zu den Israeliten sagen: Der „Ich-bin-da“ hat mich zu euch gesandt. Weiter sprach Gott zu Mose: So sag zu den Israeliten: Jahwe, der Gott eurer Väter, der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs, hat mich zu euch gesandt. Das ist mein Name für immer, und so wird man mich nennen in allen Generationen. (Ex 3,13-15)

„In allen Generationen“!!
Der ‘Ich-bin-da’ hat also einen langen Atem. Der reicht sogar über Generationen hinaus.
Er umfasst die Weltgeschichte: „In allen Generationen“!!
Im Gegensatz zum Menschen geht Gott die Luft nicht aus.
Das zu glauben fällt uns schwer in einer Zeit, in der scheinbar und tatsächlich für nichts mehr Zeit ist.
Zeit haben, sich Zeit nehmen, das ist selten geworden.
Geduld, einen langen Atem haben, das ist eine seltene Sache geworden.
Mose und das Volk Israel, und viele Generationen der vor uns Glaubenden haben es erleben dürfen:
Der ‘Ich-bin-da’ war da und hat vor dem Fallen bewahrt, hat gehalten.
Er hat Nöte gesehen, und unter die Arme gegriffen.
Gott ist da, damit unsere Lebenszeit eine Heilszeit wird.
Wir müssen uns ihm lediglich zuwenden.
Das stellt uns natürlich vor die Frage: Wollen wir das?

Kommentare deaktiviert für In allen Generationen

Eingeordnet unter Sonntagsgedanken