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Vertrauen

In jener Zeit erzählte Jesus seinen Jüngern das folgende Gleichnis:
Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Mann, der auf Reisen ging: Er rief seine Diener und vertraute ihnen sein Vermögen an. Dem einen gab er fünf Talente Silbergeld, einem anderen zwei, wieder einem anderen eines, jedem nach seinen Fähigkeiten. Dann reiste er ab. Nach langer Zeit kehrte der Herr zurück, um von den Dienern Rechenschaft zu verlangen. Da kam der, der die fünf Talente erhalten hatte, brachte fünf weitere und sagte: Herr, fünf Talente hast du mir gegeben; sieh her, ich habe noch fünf dazugewonnen. Sein Herr sagte zu ihm: Sehr gut, du bist ein tüchtiger und treuer Diener. Du bist im Kleinen ein treuer Verwalter gewesen, ich will dir eine große Aufgabe übertragen. Komm, nimm teil an der Freude deines Herrn! (Mt 25, 14-15.19-21)

Das Wort Talente hat es in unserem Wortschatz in die Alltagssprache geschafft. Daher ist es für uns offensichtlich, dass mit den Talenten, die wir von Gott anvertraut bekommen haben, innere Anlagen und Möglichkeiten gemeint sind, die es zu entfalten und auszubauen gilt.
Aber es geht auch durchaus noch tiefer. Gott vertraut uns auch andere Menschen an, das Geschick seiner Menschen legt er in unsere Hände. Uns sind viele Menschen anvertraut: Eltern, Kinder, Partner, Partnerin, Arbeitskollegen, Mitschüler, Chef, Mitarbeiter, Priester, Gemeinde…
Wir können uns gegenseitig beschenken, wir können einander das Leben mehren, und diesem Leben eine ganz neue Qualität geben. Wir können es! Und Gott baut darauf.
Und Christus hat uns noch viel mehr anvertraut: sein Wort, seine Wahrheit, das lebendige Brot. Und die Gaben des Geistes. Die kostbare Zeit unseres Lebens aber ist uns gegeben, damit wir lernen, an seine Liebe zu glauben und ihm zu danken.
Er baut darauf, dass das Vertrauen, das er in uns investiert, dass dieses Vertrauen Zinsen trägt.

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Im Vorhof seines Heilgtums

Gott, du unser Beschützer, schau auf das Angesicht deines Gesalbten.
Denn ein einziger Tag in den Vorhöfen deines Heiligtums ist besser als tausend andere. (Ps 84,10-11)

Der Beter aus dem Psalm 84 scheint ein ähnliches Empfinden gehabt zu haben, wie wir.
Wir spüren, dass Gott uns nahe ist, aber gleichzeitig scheint er auch unfassbar, irgendwie entrückt.
Auch wenn wir uns zur Feier der Eucharistie versammeln, (und ihm daher doch ganz nah sind) so spüren wir doch auch, dass wir uns nur im Vorhof seines Heiligtums befinden.
Aber selbst hier erahnen wir seine Größe und Herrlichkeit.
In der Inständigkeit unserer Bitte, in der Geduld, in der gläubigen Zuversicht, in der Demut und Ehrfurcht, die wir Jesus entgegenbringen, kommt unser Vertrauen auf ihn und die Erhörung unser Bitten zum Ausdruck. Hier wird Glaube spürbar und greifbar.
Dieser Glaube, zu dem wir gerufen werden, wird immer wieder auf seine Echtheit geprüft. Mögen auch wir uns immer wieder um einen Glauben mühen, der dieser Prüfung standhält.

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Vertrauen

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wenn ihr mich erkannt habt, werdet ihr auch meinen Vater erkennen. Schon jetzt kennt ihr ihn und habt ihn gesehen. Philippus sagte zu ihm: Herr, zeig uns den Vater; das genügt uns. Jesus antwortete ihm: Schon so lange bin ich bei euch, und du hast mich nicht erkannt, Philippus? Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen. Wie kannst du sagen: Zeig uns den Vater? Glaubst du nicht, dass ich im Vater bin und dass der Vater in mir ist? Die Worte, die ich zu euch sage, habe ich nicht aus mir selbst. Der Vater, der in mir bleibt, vollbringt seine Werke. Glaubt mir doch, dass ich im Vater bin und dass der Vater in mir ist; wenn nicht, glaubt wenigstens aufgrund der Werke! (Joh 14,7-11)

„Schon so lange bin ich bei euch, und du hast mich nicht erkannt?“ Er scheint sagen zu wollen: „Warum sucht Ihr nach Geheimnissen, wo die Dinge doch so offensichtlich sind.“ Für mich schwingt da die Frage mit: „Warum vertraut Ihr mir denn immer noch nicht? Ich bin in Gott und Gott ist in mir. Vertraut doch endlich. Macht die Augen auf, seht, begreift und entdeckt, dass es eigentlich doch ganz einfach sein müsste -, ganz einfach – zu glauben. Aber die Ängste halten so oft ab vom Glauben.
Nicht nur damals, auch heute. Die kleinen Ängstlichkeiten des Alltags genauso wie die Grundängste, die unser Dasein begleiten. „Glaubt an Gott! Und glaubt an mich“, sagt Jesus den Seinen in der Stunde des Abschieds. „Glauben“ heißt aus dem Hebräischen übersetzt „sich fest machen“, gemeint ist: vertrauen.
Wir können nicht leben ohne Vertrauen.
Diesem Gott, dem wir vertrauen dürfen, begegnen wir hier immer wieder in der Feier der Eucharistie.
Er legt sich uns in die Hände, er vertraut sich uns an, er geht unseren Weg mit.
Ihn treffen wir immer wieder in seinem Wort und im Sakrament, im „Geheimnis des Glaubens“.

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Aufbruch

In jenen Tagen sprach der Herr zu Abram: Zieh weg aus deinem Land, von deiner Verwandtschaft und aus deinem Vaterhaus in das Land, das ich dir zeigen werde. Ich werde dich zu einem großen Volk machen, dich segnen und deinen Namen groß machen. Ein Segen sollst du sein. Ich will segnen, die dich segnen; wer dich verwünscht, den will ich verfluchen. Durch dich sollen alle Geschlechter der Erde Segen erlangen. Da zog Abram weg, wie der Herr ihm gesagt hatte. (Gen 12,1-4a)

Dieser Text, der uns noch ganz am Anfang der Fastenzeit begegnet kann eine erneute Aufforderung und Einladung für uns sein, diese Vorbereitungszeit auf Ostern ernsthaft anzugehen.
Alles, was wir uns an Verzicht oder Einschränkung auferlegen, dient dem Aufbruch, dient dazu, einen Freiraum zu schaffen für Gott. Wir dürfen uns neu auf die Suche nach IHM in unserem Leben machen.
Haben wir da bei uns schon einen Ansatzpunkt gefunden? Etwa eine feste Gebetszeit?
Es braucht Mut, Kraft, Selbstüberwindung, vor allem aber braucht es absolutes Vertrauen auf Gott.
Es geht und es lohnt sich! Wir wissen es und wenn wir noch einen Anstoß oder Beweis benötigen, dürfen wir auf Abram blicken.
Zu ihm sagt Gott: „Durch dich sollen alle Geschlechter der Erde Segen erlangen.“ Und „Ein Segen sollst du sein.“
Wenn wir uns in dieser Fastenzeit aufmachen, dann sind wir wie Abram begleitet vom Segen Gottes und können ein Segen für andere werden. Andere haben dann die Chance, an uns zu erkennen, dass Gott in unserer Welt anwesend ist, dass er jemand ist, mit dem man rechnen darf und auf den man vertrauen kann.
Gott will für alle Menschen erfahrbar und sichtbar werden durch uns: durch die Menschen, die sich Christen nennen.

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Sorglos – Vertrauensvoll

„Macht euch also keine Sorgen und fragt nicht: Was sollen wir essen? Was sollen wir trinken? Was sollen wir anziehen? Denn um all das geht es den Heiden. Euer himmlischer Vater weiß, dass ihr das alles braucht. Euch aber muss es zuerst um sein Reich und um seine Gerechtigkeit gehen; dann wird euch alles andere dazugegeben.“ (Mt 6,31-33)

Das liest sich gut, und mag auch einleuchten. Aber wie kann das im Alltag aussehen? In Passivität zu verfallen, kann ja nicht die Lösung sein, denn wir brauchen Nahrung, Kleidung etc. In den Tag hinein zu leben irgendwann an der Realität des Lebens scheitern müssen.
Aber was tun, um die Worte Christi in rechter Weise umzusetzen? Vertrauen!! Das Notwendige tun, im Vertrauen, dass Gott um mich weiß und er mich im letzten hält. Er ist der tragende Grund meines Lebens. Auf ihn kann ich rückhaltslos vertrauen, wenn ich das Meinige getan habe.
So wie es Generationen vor mir auch schon getan haben und etwa die hl. Therese von Lisieux es ihren Mitschwestern empfiehlt. Wir sind vor Gott, so sagt sie, wie ein kleines Kind, das sich müht eine Treppe zu erklimmen: „Seien Sie damit einverstanden, dieses kleine Kind zu sein. Indem Sie alle Tugenden üben, heben Sie immer Ihren kleinen Fuß, um die Treppe der Heiligkeit zu besteigen. Es wird Ihnen aber nicht einmal gelingen, auf die erste Stufe zu steigen, doch der liebe Gott verlangt von Ihnen nur den guten Willen. Bald wird Er – von Ihren fruchtlosen Anstrengungen bewegt – zu Ihnen herunterkommen und Sie auf Seine Arme nehmen und Sie so für immer in Sein Reich emportragen“ (Apostolischer Prozess 1403)

„Zion sagt: Der Herr hat mich verlassen, Gott hat mich vergessen. Kann denn eine Frau ihr Kindlein vergessen, eine Mutter ihren leiblichen Sohn? Und selbst wenn sie ihn vergessen würde: ich vergesse dich nicht“ (Jes 49,14-15)

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