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Gottesfurcht

Fürchtet euch nicht vor den Menschen! Denn nichts ist verhüllt, was nicht enthüllt wird, und nichts ist verborgen, was nicht bekannt wird. Was ich euch im Dunkeln sage, davon redet am hellen Tag, und was man euch ins Ohr flüstert, das verkündet von den Dächern. Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, die Seele aber nicht töten können, sondern fürchtet euch vor dem, der Seele und Leib ins Verderben der Hölle stürzen kann. Verkauft man nicht zwei Spatzen für ein paar Pfennig? Und doch fällt keiner von ihnen zur Erde ohne den Willen eures Vaters. Bei euch aber sind sogar die Haare auf dem Kopf alle gezählt. Fürchtet euch also nicht! Ihr seid mehr wert als viele Spatzen. Wer sich nun vor den Menschen zu mir bekennt, zu dem werde auch ich mich vor meinem Vater im Himmel bekennen. (Mt 10,26-32)

Schon in der frühen Christengemeinde des Evangelisten Matthäus scheint der „Gegenwind“ spürbar gewesen zu sein, der den damaligen Christen schon scharf ins Gesicht bläst. Es gilt mit aller Konsequenz für den Glauben, für Christus einzustehen, auch „vor Statthaltern und Königen.
Gott und seine Macht helfen damals wie heute, die Angst vor den Konsequenzen zu überwinden.
„Fürchtet euch nicht…“, heißt es dreimal im Evangelium.
Die Gottesfurcht ist das geeignete Mittel gegen die Menschenfurcht!
Es geht eben nicht darum Gott zu fürchten, sondern um seine endlose Liebe, Güte und Barmherzigkeit zu wissen. Es geht um die Achtung vor der unauslotbaren Größe und Macht Gottes, die uns davor bewahrt, uns vor der Autorität anderer Menschen, ihrem Einfluss, ihrer Macht und Meinung zu fürchten.

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Gottesfurcht

„Wenn ihr den als Vater anruft, der jeden ohne Ansehen der Person nach seinem Tun beurteilt, dann führt auch, solange ihr in der Fremde seid, ein Leben in Gottesfurcht.“ (1 Petr 1,17)

Wir hören das Wort „Gottesfurcht“ und ersetzen es gedanklich gleich mit „Angst haben vor Gott“. Genau das ist das herkömmliche Missverständnis.
Das ist und war mit dem Wort „Gottesfurcht“ niemals gemeint. Es geht nicht um die Furcht vor Gott, sondern um die Ehrfurcht vor seiner erhabenen Macht und Größe. Es geht nicht um Angst, sondern um Ehrfurcht, um die Anerkennung der Wahrheit und Wirklichkeit Gottes, die unser ganzes Leben prägen und durchdringen soll.

Erst wenn wir uns vor Gott beugen, lernen wir das Staunen vor seiner grenzenlosen Liebe, mit der uns und unserer Welt zugetan ist.
Gottesfurcht und Gottesliebe schließen sich so wenig aus, wie die Ehrfurcht vor einem Menschen die Liebe zu ihm ausschließt.
Im Gegenteil: Die Liebe wird tiefer und belastbarer, wenn sie Achtung hat vor der Würde und dem Geheimnis des geliebten Menschen.

„Jesus sagte zu ihnen: Kommt her und esst! Keiner von den Jüngern wagte ihn zu fragen: Wer bist du? Denn sie wussten, dass es der Herr war.“ (Joh 21,12)
„Keiner wagte zu fragen“:
Da ist sie wieder diese Gottesfurcht, die nichts mit Angst zu tun hat, sondern voller innerer Freude und unbändigen Glücks ist, aber gleichzeitig aufgrund dieser Erkenntnis der Herrlichkeit Gottes darüber erschrickt, dass ich als unzulänglicher und mich selbst als äußerst klein empfindender Mensch hineingenommen bin in die Gemeinschaft mit diesem großen und unfassbaren Gott. Da wage ich nicht mehr zu fragen, denn ich weiß, dass es der Herr ist. Fragen sind hier völlig unnötig.
Christus lädt auch uns in der Eucharistiefeier ein, immer wieder die Früchte unseres Alltages mitzubringen. Wir dürfen sie vor ihn hin legen, von ihm wandeln lassen, damit wir erkennen können: „Es ist der Auferstandene, der mit mir Mahl hält.“
Voll gottesfürchtigen Staunens dürfen wir immer wieder mit ihm Mahl halten, dürfen wir am Mahl teilnehmen, das er mit uns hält.
Und zumindest hin und wieder darf uns das gottesfürchtige Erschaudern darüber ergreifen, dass Gott von sich aus den Abgrund zwischen ihm und uns überwunden hat.

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