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Vor Gott stehen

„Herr, wir danken dir, dass du uns berufen hast, vor dir zu stehen und dir zu dienen“ (2. Hochgebet)

Dieses „Stehen“ vor Gott unserem König, will bedacht und beachtet sein: Für mich heißt das, dass wir uns vor unserem Gott, auch und gerade weil er unser König ist, nicht notwendigerweise klein machen müssen, so als müssten wir ständig ein schlechtes Gewissen haben.
Wir sitzen aber auch nicht vor Gott, etwa in dem Sinn, dass wir uns beruhigt zurücklehnen könnten, weil uns Gott und sein An- bzw. Einspruch an oder in unser Leben nichts anginge – nein, unser Gott ist ein Gott vor dem wir mit Ehrfurcht stehen, dem wir Auge in Auge gegenüber stehen, der uns als Partner ernst nimmt.
Was auch immer wir tun im Leben, es sollte kein Selbstzweck sein, sondern es sollte gut und förderlich sein für Gott und für die Menschen. Es gehört zum Grundauftrag, zur Berufung des Christen, für andere da zu sein, vor allem für Schwächere, Benachteiligte und an den Rand Gedrängte. (vgl. Mt 25,31-46)
Gott ruft uns, und wir antworten verantwortungsvoll und mit aller Ernsthaftigkeit mit unserem Leben. Dadurch kommt Bewegung und Sinn in unser Tun – dafür danken wir dem Herrn, auf den wir uns verlassen können. In diesem Sinn dürfen wir unsere Berufung und Verantwortung verstehen und sie leben.

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Gott gehören

Keiner von uns lebt sich selber, und keiner stirbt sich selber: Leben wir, so leben wir dem Herrn, sterben wir, so sterben wir dem Herrn. Ob wir leben oder ob wir sterben, wir gehören dem Herrn.Denn Christus ist gestorben und lebendig geworden, um Herr zu sein über Tote und Lebende. (Röm 14,7-9)

„Ob wir leben oder ob wir sterben, wir gehören dem Herrn.“
Da tritt kein neuer Besitzer auf, der jetzt Menschen, egal auf welche Weise, in seine Gewalt gebracht hätte. Das ist Nichts, vor dem wir uns fürchten, und erst recht Nichts, gegen das wir aufbegehren müssten.
Ein Leben lang hat Jesus von Nazareth damit zugebracht, uns deutlich zu machen, dass Gott ein Gott ist, der für die Menschen da sein will, ein Gott, der die Menschen liebt.
Die Glaubenden aus der Bibel haben uns bereits vorgelebt, was es heißt, Gott zu gehören. Die Größte aller Glaubenden, Maria, sagt dem Engel: „Mir geschehe nach deinem Wort.“
Alle diese Glaubenden haben zuerst zugehört, was Gott ihnen sagen wollte.
Erst dann konnten sie ihr „Hier bin ich“ sprechen.
Konnten zum Ausdruck bringen, dass sie ganz Gott „gehören“.
Und das gilt auch für uns.
Hören auch wir in unserem Leben auf Gott, damit wir ganz ihm gehören.

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Gott lärmt nicht

In jenen Tagen kam Elija zum Gottesberg Horeb. Dort ging er in eine Höhle, um darin zu übernachten. Doch das Wort des Herrn erging an ihn: Komm heraus, und stell dich auf den Berg vor den Herrn! Da zog der Herr vorüber: Ein starker, heftiger Sturm, der die Berge zerriss und die Felsen zerbrach, ging dem Herrn voraus. Doch der Herr kam nicht im Sturm. Nach dem Sturm kam ein Erdbeben. Doch der Herr kam nicht im Erdbeben. Nach dem Beben kam ein Feuer. Doch der Herr kam nicht im Feuer. Nach dem Feuer kam ein sanftes, leises Säuseln. Als Elija es hörte, hüllte er sein Gesicht in den Mantel, trat hinaus und stellte sich an den Eingang der Höhle. (1 Kön 19, 9a.11-13a)

Gott lärmt nicht. Er dröhnt uns nicht zu.
Wichtig aber ist, nicht nur den äußeren Lärm zu meiden und sich der Flut der Worte zu entziehen, sondern auch das Gebrodel der Gedanken zu beruhigen und den schrillen Chor der inneren Stimmen zum Schweigen zu bringen.
Man muss still sein, schweigen und warten, um zu erfahren, dass Gott nicht im Erdbeben ist, nicht im Sturm oder im Feuer, sondern im leisen Säuseln des Windes.
Die Stille ist der Raum der Gottesbegegnung. Das Schweigen der Ort seiner besonderen Nähe und Gegenwart. In der Stille des Herzens, da, wo wir nicht mehr planen und überlegen, wo wir nicht mehr über andere nachdenken und urteilen, beurteilen, verurteilen, da, wo wir auch aufhören, uns selbst zu bewerten, da wird Gott in uns geboren.
Wir dürfen still sein, uns Gott hinhalten, ohne Druck, nichts müssen: nichts machen, nichts leisten, nichts sagen, nichts fragen. Einfach da sein.
Haben wir den Mut dazu?

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Dreifaltigkeit

EIN Gott in DREI Personen – Vater, Sohn und Heiliger Geist. Es lohnt sich, dass wir uns diesem christlichen Gottesbekenntnis immer wieder nähern, auch wenn es uns einiges abverlangt.
Unser Gott ist dreifaltig als Erschaffender, als durch Liebe erlösender und als sich verschenkender Gott.
Wie können Drei – Eins sein?
Mit dem Denken allein ist das nicht zu verstehen. Wir alle haben jedoch glücklicherweise Erfahrungen, die über unser Denken hinausgehen und die für uns Menschen letztlich wichtiger sind als das Denken:
etwa Liebes-, oder Beziehungserfahrungen.
Das kann man nichts beweisen. Man spürt aber, sehr schnell, was in der Beziehung steckt, wenn man sich wirklich auf sie einlässt.
Genau so ist das auch bei unserem dreifaltigen Gott. Da kann man nichts beweisen. Aber für diesen Gott kann man sich, wie für so vieles im Leben entscheiden.
Beweisen kann man den Glauben nicht. Aber dass Energie drinsteckt, das merkt man schnell, wenn man sich darauf einlässt und Kontakt zu Gott aufnimmt und behält.

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Sorglos – Vertrauensvoll

„Macht euch also keine Sorgen und fragt nicht: Was sollen wir essen? Was sollen wir trinken? Was sollen wir anziehen? Denn um all das geht es den Heiden. Euer himmlischer Vater weiß, dass ihr das alles braucht. Euch aber muss es zuerst um sein Reich und um seine Gerechtigkeit gehen; dann wird euch alles andere dazugegeben.“ (Mt 6,31-33)

Das liest sich gut, und mag auch einleuchten. Aber wie kann das im Alltag aussehen? In Passivität zu verfallen, kann ja nicht die Lösung sein, denn wir brauchen Nahrung, Kleidung etc. In den Tag hinein zu leben irgendwann an der Realität des Lebens scheitern müssen.
Aber was tun, um die Worte Christi in rechter Weise umzusetzen? Vertrauen!! Das Notwendige tun, im Vertrauen, dass Gott um mich weiß und er mich im letzten hält. Er ist der tragende Grund meines Lebens. Auf ihn kann ich rückhaltslos vertrauen, wenn ich das Meinige getan habe.
So wie es Generationen vor mir auch schon getan haben und etwa die hl. Therese von Lisieux es ihren Mitschwestern empfiehlt. Wir sind vor Gott, so sagt sie, wie ein kleines Kind, das sich müht eine Treppe zu erklimmen: „Seien Sie damit einverstanden, dieses kleine Kind zu sein. Indem Sie alle Tugenden üben, heben Sie immer Ihren kleinen Fuß, um die Treppe der Heiligkeit zu besteigen. Es wird Ihnen aber nicht einmal gelingen, auf die erste Stufe zu steigen, doch der liebe Gott verlangt von Ihnen nur den guten Willen. Bald wird Er – von Ihren fruchtlosen Anstrengungen bewegt – zu Ihnen herunterkommen und Sie auf Seine Arme nehmen und Sie so für immer in Sein Reich emportragen“ (Apostolischer Prozess 1403)

„Zion sagt: Der Herr hat mich verlassen, Gott hat mich vergessen. Kann denn eine Frau ihr Kindlein vergessen, eine Mutter ihren leiblichen Sohn? Und selbst wenn sie ihn vergessen würde: ich vergesse dich nicht“ (Jes 49,14-15)

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Geist Gottes

Wisst ihr nicht, dass ihr Gottes Tempel seid und der Geist Gottes in euch wohnt? Wer den Tempel Gottes verdirbt, den wird Gott verderben. Denn Gottes Tempel ist heilig, und der seid ihr. (1 Kor 3,16-17)

Gut, dass wir daran wieder einmal erinnert werden! Der Geist Gottes wohnt in uns!
Diesem Geist gilt es sich anzuvertrauen, diesen Geist dürfen wir in uns und durch uns wirken lassen.
Wie oft überlassen wir uns anderen Geistern, dem Geist der Geltungssucht, dem Geist der Macht, dem Geist des Konsums…
Hier aber werden wir an den Geist Gottes erinnert, der uns erheben will, der uns nicht verknechten will, sondern aus den Niederungen herausholen und zur neuen Größe führen will.
Diese Größe und Weite hat Gott für uns vorgesehen.
Wir dürfen uns IHM anvertrauen, von IHM führen lassen.
Wir sind der Tempel Gottes und darum heilig!

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Gottes Gegenwart wahrnehmen

Viele Nationen machen sich auf den Weg. Sie sagen: Kommt, wir ziehen hinauf zum Berg des Herrn und zum Haus des Gottes Jakobs. Er zeige uns seine Wege, auf seinen Pfaden wollen wir gehen. Denn von Zion kommt die Weisung des Herrn, aus Jerusalem sein Wort. (Jes 2,3)

Der Berg des Herrn meint den Ort der Gegenwart Gottes. Hier ist also die Aufforderung zu finden, die  Gegenwart Gottes in unserer Welt neu zu suchen und wahrzunehmen.
Gerade jetzt im Advent dürfen wir Seine Gegenwart erfahren, und aus der Erfahrung der Kraft dieser Gegenwart Gottes den Alltag leben und bestehen.
So ist das Wort Gottes nicht belangloses Gerede von früher, es wirkt heute, hier und jetzt in den Menschen die nach diesem Wort leben, in uns!
Das ist unsere Aufgabe als Christen: Gott als letzte Instanz unseres Lebens anzuerkennen, Seine Gegenwart im Wort (Bibel), in den Sakramenten (besonders der Buße und der Eucharistie), im Dienst am Nächsten erfahren und aus dieser Kraft leben.
Wenn wir den Advent in diesem Sinn leben und erfahrbar machen, dann weckt das auch in unserer Welt die Sehnsucht nach Gott.

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