Schlagwort-Archive: Christus

Vertrauen

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wenn ihr mich erkannt habt, werdet ihr auch meinen Vater erkennen. Schon jetzt kennt ihr ihn und habt ihn gesehen. Philippus sagte zu ihm: Herr, zeig uns den Vater; das genügt uns. Jesus antwortete ihm: Schon so lange bin ich bei euch, und du hast mich nicht erkannt, Philippus? Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen. Wie kannst du sagen: Zeig uns den Vater? Glaubst du nicht, dass ich im Vater bin und dass der Vater in mir ist? Die Worte, die ich zu euch sage, habe ich nicht aus mir selbst. Der Vater, der in mir bleibt, vollbringt seine Werke. Glaubt mir doch, dass ich im Vater bin und dass der Vater in mir ist; wenn nicht, glaubt wenigstens aufgrund der Werke! (Joh 14,7-11)

„Schon so lange bin ich bei euch, und du hast mich nicht erkannt?“ Er scheint sagen zu wollen: „Warum sucht Ihr nach Geheimnissen, wo die Dinge doch so offensichtlich sind.“ Für mich schwingt da die Frage mit: „Warum vertraut Ihr mir denn immer noch nicht? Ich bin in Gott und Gott ist in mir. Vertraut doch endlich. Macht die Augen auf, seht, begreift und entdeckt, dass es eigentlich doch ganz einfach sein müsste -, ganz einfach – zu glauben. Aber die Ängste halten so oft ab vom Glauben.
Nicht nur damals, auch heute. Die kleinen Ängstlichkeiten des Alltags genauso wie die Grundängste, die unser Dasein begleiten. „Glaubt an Gott! Und glaubt an mich“, sagt Jesus den Seinen in der Stunde des Abschieds. „Glauben“ heißt aus dem Hebräischen übersetzt „sich fest machen“, gemeint ist: vertrauen.
Wir können nicht leben ohne Vertrauen.
Diesem Gott, dem wir vertrauen dürfen, begegnen wir hier immer wieder in der Feier der Eucharistie.
Er legt sich uns in die Hände, er vertraut sich uns an, er geht unseren Weg mit.
Ihn treffen wir immer wieder in seinem Wort und im Sakrament, im „Geheimnis des Glaubens“.

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Angefragt

Marta sagte zu Jesus: Herr, wärst du hier gewesen, dann wäre mein Bruder nicht gestorben. Aber auch jetzt weiß ich: Alles, worum du Gott bittest, wird Gott dir geben. Jesus sagte zu ihr: Dein Bruder wird auferstehen. Marta sagte zu ihm: Ich weiß, dass er auferstehen wird bei der Auferstehung am Letzten Tag. Jesus erwiderte ihr: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt, und jeder, der lebt und an mich glaubt, wird auf ewig nicht sterben. Glaubst du das? Marta antwortete ihm: Ja, Herr, ich glaube, dass du der Messias bist, der Sohn Gottes, der in die Welt kommen soll. (Joh 11,21-27)

Wenn wir der Gottheit Jesu begegnen, wird unser Glaube angefragt. So geht es auch Marta, die durch den Tod ihres Bruders angefragt wird. Sie hat schon einen sehr großen und aufrichtigen Glauben an die „Auferstehung am jüngsten Tag“. Aber Jesus konfrontiert sie mit seiner Gottheit und fragt daher sehr viel tiefergehender und sehr viel weitreichender. Er will sie weiterführen im Glauben: „Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt, und jeder, der lebt und an mich glaubt, wird auf ewig nicht sterben. Glaubst du das?“ (Joh 11,25-26)
Wer an ihn glaubt, ist schon jetzt ein Auferstandener!!
In dem, der an Christus glaubt ist das neue Leben schon jetzt wirksam!!
Wir sind Auferstandene und werden es voll und ganz, wenn wir durch den Tod hindurchgegangen sind.
Hier fragt Christus auch uns und unseren Glauben an ihn an.
Wie lautet unsere Antwort?
Können wir uns der Antwort der Marta anschließen? „Ich glaube!“

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Wasser des Lebens

Das Wasser, das ich gebe, wird zur sprudelnden Quelle, deren Wasser ewiges Leben schenkt (Joh 4,5-42):
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Der Weg, auf dem die Samariterin vom Vordergründigen zum Tiefsinnigen kommt, der Weg also auf dem sich Jesus ihr offenbart und sie ihn dann letztlich erkennt, ist auch für uns interessant und gangbar. Es ist ein Weg, auf dem auch wir Christus erkennen können, uns von seinem Geist erfüllen lassen können.

Es gilt offen zu sein, für die Anrede Jesu, in einen Austausch mit ihm einzusteigen, sein Angebot, das er uns etwa in Gebet, Gottesdienst und Lektüre der hl. Schrift macht, anzunehmen und Fragen zu stellen. „Bist du größer als unser Vater Jakob?“ (Joh 4,12). Dann haben wir die Chance, im Licht seiner Botschaft unser Leben neu zu erkennen und zu deuten und wahrzunehmen, dass Christus in unser Herz schaut und uns durch und durch kennt. Dann werden langsam, nach und nach unsere Fragezeichen zu Ausrufezeichen und wir werden anfanghaft erkennen: „Ich sehe, dass du ein Prophet bist!“ (Joh 4,19).
Unsere Sehnsüchte und Hoffnungen werden zu Tage treten und wir legen die Fundamente unseres Glaubens neu frei. Wir entdecken sie wieder und lernen sie erneut wertzuschätzen. („Ich weiß, dass der Messias kommt, das ist der Gesalbte – Christus.“ [Joh 4,25])
Das gibt uns wieder die Chance, uns der Gemeinschaft der Glaubenden, der Kirche zuzuwenden und gemeinsam nach dem Glauben und besonders nach Christus und seiner Bedeutung für unser Leben zu fragen. („Ist er vielleicht der Messias?“ Joh 4,29)
Es braucht die Gemeinschaft, es braucht „die Kirche“ für den Glauben:
Zweifel und Fragen sind erlaubt, vielleicht sogar notwendig, um zum vollen Glauben, um zu Christus zu gelangen, um gemeinsam bekennen zu können: „Er ist wirklich der Retter der Welt“ (Joh. 4,42)
Er ist auch mein Retter.

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Verheißung

So eilten sie hin und fanden Maria und Josef und das Kind, das in der Krippe lag. Als sie es sahen, erzählten sie, was ihnen über dieses Kind gesagt worden war. Und alle, die es hörten, staunten über die Worte der Hirten. Maria aber bewahrte alles, was geschehen war, in ihrem Herzen und dachte darüber nach.
Die Hirten kehrten zurück, rühmten Gott und priesen ihn für das, was sie gehört und gesehen hatten; denn alles war so gewesen, wie es ihnen gesagt worden war.
Als acht Tage vorüber waren und das Kind beschnitten werden sollte, gab man ihm den Namen Jesus, den der Engel genannt hatte, noch ehe das Kind im Schoß seiner Mutter empfangen wurde. (Lk 2,16-21)

Vielleicht ergeht es uns am Beginn des neuen Jahres wie den Hirten im Evangelium. Ihnen wurde verheißen, dass der Retter geboren ist, der das ganze Land befreien würde. Offensichtlich trauten sie der Verheißung nicht ganz.
Sie mussten misstrauisch geworden sein, weil ihnen immer wieder ein besseres Leben versprochen wurde, was sich aber nie verwirklichte.
Sie hatten also Zweifel: „Sollte das wahr sein?“ „Warum sollten die Engel mit einer solch großen Botschaft gerade zu uns kommen, zu einfachen Leuten?“
Und dennoch machten sie sich auf den Weg.
Sie mussten schon ein wenig suchen, um zu entdecken, wo die Verheißung mit der Wirklichkeit zusammenpasste.
Als sie den Ort fanden, gaben sie Zeugnis von der Verheißung, die Gott ihnen gegeben hatte.
Die Leute konnten nur noch staunen.
So kehrten sie beschenkt und voller Dankbarkeit zurück, denn Gott hatte Wort gehalten.
So wurden auch sie selig, weil sie geglaubt hatten, dass sich erfüllt, was der Herr ihnen sagen ließ.
Auch über unserem neuen Jahr liegt eine Verheißung, nämlich dass der Herr Jesus Christus dort auf uns wartet und uns Segen schenken möchte.

Ein Kommentar

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