Diener

In jener Zeit wandte sich Jesus an das Volk und an seine Jünger und sprach:
Ihr aber sollt euch nicht Rabbi nennen lassen; denn nur einer ist euer Meister, ihr alle aber seid Brüder.  Auch sollt ihr niemand auf Erden euren Vater nennen; denn nur einer ist euer Vater, der im Himmel. Auch sollt ihr euch nicht Lehrer nennen lassen; denn nur einer ist euer Lehrer, Christus.
Der Größte von euch soll euer Diener sein.
Denn wer sich selbst erhöht, wird erniedrigt, und wer sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden. (Mt 23,1.8-12)

Eigentlich eine Selbstverständlichkeit:
in den entscheidenden Augenblicken des Lebens helfen weder Titel noch Einfluss noch Macht – da helfen allein Vertrauen, Hoffnung und Glaube.
Aber irgendwie scheinen wir Menschen so veranlagt zu sein, dass wir dies manchmal vergessen und auf falsche Sicherheiten bauen. Daran erinnert uns das Evangelium mit der Aussage Jesu: „Wer sich selbst erhöht wird erniedrigt, und wer sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden.“
Der einzige „Titel“, den Jesus gelten lässt, auch wenn er ihn nicht als solchen ausspricht, ist der des „Dieners“.
Er selbst hat uns den Dienst und das Dienersein vorgelebt; im seinem Sinne handeln heißt also, sich zum Diener machen. Wir dürfen uns ihn zum Vorbild nehmen.

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Kindsein

Seht, wie groß die Liebe ist, die der Vater uns geschenkt hat: Wir heißen Kinder Gottes, und wir sind es. Die Welt erkennt uns nicht, weil sie ihn nicht erkannt hat. Liebe Brüder, jetzt sind wir Kinder Gottes. Aber was wir sein werden, ist noch nicht offenbar geworden. Wir wissen, dass wir ihm ähnlich sein werden, wenn er offenbar wird; denn wir werden ihn sehen, wie er ist. Jeder, der dies von ihm erhofft, heiligt sich, so wie Er heilig ist. (1 Joh 3,1-3)

„Wir heißen Kinder Gottes, und wir sind es.“
Bei den Kindern können wir oftmals sehen, dass sie sowohl in der äußeren Erscheinung, als auch in ihrem Wesen, Züge der Eltern in sich tragen. Wir können an den Kindern erkennen, zu welcher Familie sie gehören.
Welch eine große Ehre ist es da, wenn wir Kinder Gottes sind!! Wir tragen göttliche Wesenszüge in uns! Wir tragen Spuren, Züge Gottes in uns!
Wir sind mit Gott eng verbunden, haben Anteil an Gottes Wesen und Art.
Das ist ein Riesen-Geschenk, eine große Gabe, eine Gnade, die uns Christen geschenkt ist und für die wir dankbar sein dürfen.
Daher kann es uns eine Ehrenaufgabe sein, die Spuren Gottes in uns freizulegen: seine Barmherzigkeit, seine Güte, seine Liebe…
Am Hochfest Allerheiligen feiern wir Menschen, die diese Spuren Gottes in sich in besonderer Art und Weise gefunden, freigelegt und gepflegt haben. Die das Geschenk Gottes behutsam ausgepackt und ihm einen Ehrenplatz im eigenen Leben gegeben haben.
Wir erinnern uns daran, dass auch wir zu Heiligkeit berufen sind.

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Auf der Suche

In jener Zeit, als die Pharisäer hörten, dass Jesus die Sadduzäer zum Schweigen gebracht hatte, kamen sie bei ihm zusammen. Einer von ihnen, ein Gesetzeslehrer, wollte ihn auf die Probe stellen und fragte ihn: Meister, welches Gebot im Gesetz ist das wichtigste? Er antwortete ihm: Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit all deinen Gedanken. Das ist das wichtigste und erste Gebot. Ebenso wichtig ist das zweite: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. An diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz samt den Propheten. (Mt 22,34-40)

Ganz klar und eindeutig führt Jesus Alles auf den einen Urgrund zurück. Er konzentriert es, wie in einem Brennglas: Wir sollen Gott lieben, von ganzem Herzen und mit all unseren Gedanken. Und diese Liebe verwirklicht sich darin, dass wir den Anderen lieben, wie uns selbst.
„Mit all unseren Gedanken“ – Aber wo sind unsere Gedanken?
Sie sind oft mit so Vielem beschäftigt, sind oft flatterhaft und oberflächlich, sind im Alltag gefangen, aber sind sie auch auf der Suche nach Gott?
Sind wir auf der Suche nach Gott mit allen unseren Gedanken, mit jeder Faser unseres Lebens?
„Freuen sollen sich alle, die den Herrn suchen. Sucht den Herrn und seine Macht, sucht sein Antlitz allezeit.“ (Ps 105,3-4)
Sind wir heute Gottsucher?

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Gottes Bild leuchten lassen

Steuermünze zur Zeit Jesu

Steuermünze zur Zeit Jesu

In jener Zeit kamen die Pharisäer zusammen und beschlossen, Jesus mit einer Frage eine Falle zu stellen. Sie veranlassten ihre Jünger, zusammen mit den Anhängern des Herodes zu ihm zu gehen und zu sagen: Meister, wir wissen, dass du immer die Wahrheit sagst und wirklich den Weg Gottes lehrst, ohne auf jemand Rücksicht zu nehmen; denn du siehst nicht auf die Person.
Sag uns also: Ist es nach deiner Meinung erlaubt, dem Kaiser Steuer zu zahlen, oder nicht? Jesus aber erkannte ihre böse Absicht und sagte: Ihr Heuchler, warum stellt ihr mir eine Falle? Zeigt mir die Münze, mit der ihr eure Steuern bezahlt! Da hielten sie ihm einen Denar hin. Er fragte sie: Wessen Bild und Aufschrift ist das? Sie antworteten: Des Kaisers. Darauf sagte er zu ihnen: So gebt dem Kaiser, was dem Kaiser gehört, und Gott, was Gott gehört! (Mt 22,15-21)

„Wir sind geschaffen als Abbild Gottes, ihm ähnlich (vgl. Gen 1,26). Du, mein Christ, bist ein Mensch; du bist also eine Münze aus dem göttlichen Schatz, du bist ein Denar mit dem Bild und der Aufschrift des göttlichen Herrschers. Mit Christus frage ich dich: „Wessen Bild und Aufschrift ist das?“ Du antwortest: Es ist Bild und Aufschrift Gottes. Dann frage ich weiter: Warum gibst du dann Gott nicht, was ihm gehört?
Wenn wir aber wirklich ein Bild Gottes sein wollen, müssen wir Christus ähnlich werden; denn er ist das Bild der Güte Gottes und „das Abbild seines Wesens“ (Hebr 1,3); alle aber, „die er im voraus erkannt hat, hat er auch dazu bestimmt, an Wesen und Gestalt seines Sohnes teilzuhaben“ (Röm 8,29).
Wer also in seinem Leben und Verhalten, wer in seinem Tugendwandel Christus ähnlich und gleichförmig ist, der stellt wirklich das Bild Gottes dar.“
(Hl. Laurentius von Brindisi)

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Um Antwort wird gebeten

In jener Zeit erzählte Jesus den Hohenpriestern und den Ältesten des Volkes das folgende Gleichnis: Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem König, der die Hochzeit seines Sohnes vorbereitete. Er schickte seine Diener, um die eingeladenen Gäste zur Hochzeit rufen zu lassen. Sie aber wollten nicht kommen. Da schickte er noch einmal Diener und trug ihnen auf: Sagt den Eingeladenen: Mein Mahl ist fertig, die Ochsen und das Mastvieh sind geschlachtet, alles ist bereit. Kommt zur Hochzeit! Sie aber kümmerten sich nicht darum, sondern der eine ging auf seinen Acker, der andere in seinen Laden, 6wieder andere fielen über seine Diener her, misshandelten sie und brachten sie um. Da wurde der König zornig; er schickte sein Heer, ließ die Mörder töten und ihre Stadt in Schutt und Asche legen. Dann sagte er zu seinen Dienern: Das Hochzeitsmahl ist vorbereitet, aber die Gäste waren es nicht wert, eingeladen zu werden. Geht also hinaus auf die Straßen und ladet alle, die ihr trefft, zur Hochzeit ein. Die Diener gingen auf die Straßen hinaus und holten zusammen, die sie trafen, Böse und Gute, und der Festsaal füllte sich mit Gästen. (Mt 22,1-10

„Um Antwort wird gebeten!“ Auf diese kurze und prägnante Formel lässt sich das Evangelium bringen. Gott lädt uns zum großen Fest ohne Ende ein und als Gastgeber hat er das Recht auf eine Antwort. Wie auch im alltäglichen Leben, kann er als Gastgeben mit Fug und Recht eine Antwort auf seine Einladung erwarten.
Werden wir unser klares und eindeutiges Ja zu seiner Einladung sprechen, oder drucksen wir herum, versuchen uns um eine Antwort herum zu mogeln?
Oder wurde längst eine eindeutige Antwort gegeben? Auch dann bedarf sie einer ständigen Überprüfung. Hält das einmal gegebene Wort immer noch stand? Oder haben sich da Zweideutigkeiten eingeschlichen?
„Um Antwort wird gebeten!“

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Gott gehören

Keiner von uns lebt sich selber, und keiner stirbt sich selber: Leben wir, so leben wir dem Herrn, sterben wir, so sterben wir dem Herrn. Ob wir leben oder ob wir sterben, wir gehören dem Herrn.Denn Christus ist gestorben und lebendig geworden, um Herr zu sein über Tote und Lebende. (Röm 14,7-9)

„Ob wir leben oder ob wir sterben, wir gehören dem Herrn.“
Da tritt kein neuer Besitzer auf, der jetzt Menschen, egal auf welche Weise, in seine Gewalt gebracht hätte. Das ist Nichts, vor dem wir uns fürchten, und erst recht Nichts, gegen das wir aufbegehren müssten.
Ein Leben lang hat Jesus von Nazareth damit zugebracht, uns deutlich zu machen, dass Gott ein Gott ist, der für die Menschen da sein will, ein Gott, der die Menschen liebt.
Die Glaubenden aus der Bibel haben uns bereits vorgelebt, was es heißt, Gott zu gehören. Die Größte aller Glaubenden, Maria, sagt dem Engel: „Mir geschehe nach deinem Wort.“
Alle diese Glaubenden haben zuerst zugehört, was Gott ihnen sagen wollte.
Erst dann konnten sie ihr „Hier bin ich“ sprechen.
Konnten zum Ausdruck bringen, dass sie ganz Gott „gehören“.
Und das gilt auch für uns.
Hören auch wir in unserem Leben auf Gott, damit wir ganz ihm gehören.

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Froher, ernster Glaube

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wenn dein Bruder sündigt, dann geh zu ihm und weise ihn unter vier Augen zurecht. Hört er auf dich, so hast du deinen Bruder zurückgewonnen. Hört er aber nicht auf dich, dann nimm einen oder zwei Männer mit, denn jede Sache muss durch die Aussage von zwei oder drei Zeugen entschieden werden. Hört er auch auf sie nicht, dann sag es der Gemeinde. Hört er aber auch auf die Gemeinde nicht, dann sei er für dich wie ein Heide oder ein Zöllner. (Mt 18,15-17)

Christsein ist eine frohmachende Angelegenheit. Wir dürfen es immer wieder als helle und freundliche Botschaft entdecken. Die Botschaft von Gott ist keine Drohbotschaft, sondern Evangelium und das heißt frohe Botschaft.
Aber das darf uns doch auch nicht dazu verleiten, nur noch auf Stellen der Bibel zu schauen, die dick und deutlich von Gottes und Jesu Liebe sprechen, die also angenehm und kuschelig sind.
Es gibt Trennlinien, an denen der Bruder für dich „wie ein Heide und Zöllner“ werden soll. Christsein ist eine frohmachende, aber doch auch durch und durch ernste Angelegenheit. Wir stehen vor der Schwierigkeit, die froh machende Kraft der Gottesbotschaft und ihren gleichzeitigen Ernst so miteinander zu verbinden, dass uns beides immer im ausgewogenen Gleichgewicht vor Augen ist.
Gott ist es ernst mit uns. Wir sind ihm nicht gleichgültig. Er liebt uns. Gerade deshalb mahnt uns sein Wort immer wieder.
Werden auch wir ihm gegenüber nicht gleichgültig! Nehmen wir unseren Glauben, und nehmen wir Gott ernst, damit wir das frohmachende seiner Botschaft immer wieder entdecken können.

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