Archiv der Kategorie: Sonntagsgedanken

Gott gehören

Keiner von uns lebt sich selber, und keiner stirbt sich selber: Leben wir, so leben wir dem Herrn, sterben wir, so sterben wir dem Herrn. Ob wir leben oder ob wir sterben, wir gehören dem Herrn.Denn Christus ist gestorben und lebendig geworden, um Herr zu sein über Tote und Lebende. (Röm 14,7-9)

„Ob wir leben oder ob wir sterben, wir gehören dem Herrn.“
Da tritt kein neuer Besitzer auf, der jetzt Menschen, egal auf welche Weise, in seine Gewalt gebracht hätte. Das ist Nichts, vor dem wir uns fürchten, und erst recht Nichts, gegen das wir aufbegehren müssten.
Ein Leben lang hat Jesus von Nazareth damit zugebracht, uns deutlich zu machen, dass Gott ein Gott ist, der für die Menschen da sein will, ein Gott, der die Menschen liebt.
Die Glaubenden aus der Bibel haben uns bereits vorgelebt, was es heißt, Gott zu gehören. Die Größte aller Glaubenden, Maria, sagt dem Engel: „Mir geschehe nach deinem Wort.“
Alle diese Glaubenden haben zuerst zugehört, was Gott ihnen sagen wollte.
Erst dann konnten sie ihr „Hier bin ich“ sprechen.
Konnten zum Ausdruck bringen, dass sie ganz Gott „gehören“.
Und das gilt auch für uns.
Hören auch wir in unserem Leben auf Gott, damit wir ganz ihm gehören.

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Froher, ernster Glaube

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wenn dein Bruder sündigt, dann geh zu ihm und weise ihn unter vier Augen zurecht. Hört er auf dich, so hast du deinen Bruder zurückgewonnen. Hört er aber nicht auf dich, dann nimm einen oder zwei Männer mit, denn jede Sache muss durch die Aussage von zwei oder drei Zeugen entschieden werden. Hört er auch auf sie nicht, dann sag es der Gemeinde. Hört er aber auch auf die Gemeinde nicht, dann sei er für dich wie ein Heide oder ein Zöllner. (Mt 18,15-17)

Christsein ist eine frohmachende Angelegenheit. Wir dürfen es immer wieder als helle und freundliche Botschaft entdecken. Die Botschaft von Gott ist keine Drohbotschaft, sondern Evangelium und das heißt frohe Botschaft.
Aber das darf uns doch auch nicht dazu verleiten, nur noch auf Stellen der Bibel zu schauen, die dick und deutlich von Gottes und Jesu Liebe sprechen, die also angenehm und kuschelig sind.
Es gibt Trennlinien, an denen der Bruder für dich „wie ein Heide und Zöllner“ werden soll. Christsein ist eine frohmachende, aber doch auch durch und durch ernste Angelegenheit. Wir stehen vor der Schwierigkeit, die froh machende Kraft der Gottesbotschaft und ihren gleichzeitigen Ernst so miteinander zu verbinden, dass uns beides immer im ausgewogenen Gleichgewicht vor Augen ist.
Gott ist es ernst mit uns. Wir sind ihm nicht gleichgültig. Er liebt uns. Gerade deshalb mahnt uns sein Wort immer wieder.
Werden auch wir ihm gegenüber nicht gleichgültig! Nehmen wir unseren Glauben, und nehmen wir Gott ernst, damit wir das frohmachende seiner Botschaft immer wieder entdecken können.

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Auf seinen Weg gerufen

In jenen Tagen begann Jesus, seinen Jüngern zu erklären, er müsse nach Jerusalem gehen und von den Ältesten, den Hohenpriestern und den Schriftgelehrten vieles erleiden; er werde getötet werden, aber am dritten Tag werde er auferstehen. Da nahm ihn Petrus beiseite und machte ihm Vorwürfe; er sagte: Das soll Gott verhüten, Herr! Das darf nicht geschehen! Jesus aber wandte sich um und sagte zu Petrus: Weg mit dir, Satan, geh mir aus den Augen! Du willst mich zu Fall bringen; denn du hast nicht das im Sinn, was Gott will, sondern was die Menschen wollen. (Mt 16,21-23)

Hier werden wir daran erinnert, dass wir von Christus auf seinen Weg gerufen sind. Dieser Weg ist allerdings ein Weg, der oft nicht im Einklang steht mit unserem Denken und dem Denken um uns herum. Es ist der Weg, auf dem nicht das gilt, was „man“ so tut. Es ist nicht der Weg der Masse, nicht der Weg der Anpassung an das Denken und Tun der viel zitierten Mehrheit.
Als Christen sind wir in der Gefahr, den Herrn und seinen Weg aus den Augen zu verlieren.
Die Bekehrung des eigenen Lebens ist besonders schwer, weil sie jeden Tag von vorne anfängt.
Weil wir jeden Tag aufs Neue das Feuer in unseren Herzen anfachen müssen.
Gleichzeitig ist dadurch auch jeder Tag eine neue Chance:

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Du bist der Messias

In jener Zeit, als Jesus in das Gebiet von Cäsarea Philippi kam, fragte er seine Jünger: Für wen halten die Leute den Menschensohn? Sie sagten: Die einen für Johannes den Täufer, andere für Elija, wieder andere für Jeremia oder sonst einen Propheten.
Da sagte er zu ihnen: Ihr aber, für wen haltet ihr mich?
Simon Petrus antwortete: Du bist der Messias, der Sohn des lebendigen Gottes!
Jesus sagte zu ihm: Selig bist du, Simon Barjona; denn nicht Fleisch und Blut haben dir das offenbart, sondern mein Vater im Himmel. Ich aber sage dir: Du bist Petrus – der Fels -, und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen, und die Mächte der Unterwelt werden sie nicht überwältigen.Ich werde dir die Schlüssel des Himmelreichs geben; was du auf Erden binden wirst, das wird auch im Himmel gebunden sein, und was du auf Erden lösen wirst, das wird auch im Himmel gelöst sein. (Mt 16,13-19

Hier geht es nicht nur um ein allgemeines Bekenntnis, hier geht es um unser ganz persönliches Bekenntnis.
Hier geht es um die Frage, ob wir den Schlüssel, den wir in der Taufe von Gott anvertraut bekommen haben, indem er uns beim Namen – also in eine persönliche Beziehung zu ihm -gerufen hat,  und indem der uns Anteil gegeben hat am Königtum Christi (Salbung mit Chrisam), – ob wir diesen Schlüssel im Laufe des Lebens verlegt oder verloren haben, oder ob wir diesen Schlüssel griffbereit haben und ihn so gepflegt haben, dass er benutzt werden kann.
Es ist letztendlich nicht entscheidend, was „die Leute“ sagen, sondern welche Antwort jeder von uns auf die Herausforderungen des Lebens und des Glaubens gibt.
Was halten wir von Gott und wie verhalten wir uns deswegen in unserem Leben?

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Im Vorhof seines Heilgtums

Gott, du unser Beschützer, schau auf das Angesicht deines Gesalbten.
Denn ein einziger Tag in den Vorhöfen deines Heiligtums ist besser als tausend andere. (Ps 84,10-11)

Der Beter aus dem Psalm 84 scheint ein ähnliches Empfinden gehabt zu haben, wie wir.
Wir spüren, dass Gott uns nahe ist, aber gleichzeitig scheint er auch unfassbar, irgendwie entrückt.
Auch wenn wir uns zur Feier der Eucharistie versammeln, (und ihm daher doch ganz nah sind) so spüren wir doch auch, dass wir uns nur im Vorhof seines Heiligtums befinden.
Aber selbst hier erahnen wir seine Größe und Herrlichkeit.
In der Inständigkeit unserer Bitte, in der Geduld, in der gläubigen Zuversicht, in der Demut und Ehrfurcht, die wir Jesus entgegenbringen, kommt unser Vertrauen auf ihn und die Erhörung unser Bitten zum Ausdruck. Hier wird Glaube spürbar und greifbar.
Dieser Glaube, zu dem wir gerufen werden, wird immer wieder auf seine Echtheit geprüft. Mögen auch wir uns immer wieder um einen Glauben mühen, der dieser Prüfung standhält.

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Gottesfurcht

Fürchtet euch nicht vor den Menschen! Denn nichts ist verhüllt, was nicht enthüllt wird, und nichts ist verborgen, was nicht bekannt wird. Was ich euch im Dunkeln sage, davon redet am hellen Tag, und was man euch ins Ohr flüstert, das verkündet von den Dächern. Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, die Seele aber nicht töten können, sondern fürchtet euch vor dem, der Seele und Leib ins Verderben der Hölle stürzen kann. Verkauft man nicht zwei Spatzen für ein paar Pfennig? Und doch fällt keiner von ihnen zur Erde ohne den Willen eures Vaters. Bei euch aber sind sogar die Haare auf dem Kopf alle gezählt. Fürchtet euch also nicht! Ihr seid mehr wert als viele Spatzen. Wer sich nun vor den Menschen zu mir bekennt, zu dem werde auch ich mich vor meinem Vater im Himmel bekennen. (Mt 10,26-32)

Schon in der frühen Christengemeinde des Evangelisten Matthäus scheint der „Gegenwind“ spürbar gewesen zu sein, der den damaligen Christen schon scharf ins Gesicht bläst. Es gilt mit aller Konsequenz für den Glauben, für Christus einzustehen, auch „vor Statthaltern und Königen.
Gott und seine Macht helfen damals wie heute, die Angst vor den Konsequenzen zu überwinden.
„Fürchtet euch nicht…“, heißt es dreimal im Evangelium.
Die Gottesfurcht ist das geeignete Mittel gegen die Menschenfurcht!
Es geht eben nicht darum Gott zu fürchten, sondern um seine endlose Liebe, Güte und Barmherzigkeit zu wissen. Es geht um die Achtung vor der unauslotbaren Größe und Macht Gottes, die uns davor bewahrt, uns vor der Autorität anderer Menschen, ihrem Einfluss, ihrer Macht und Meinung zu fürchten.

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Dreifaltigkeit

EIN Gott in DREI Personen – Vater, Sohn und Heiliger Geist. Es lohnt sich, dass wir uns diesem christlichen Gottesbekenntnis immer wieder nähern, auch wenn es uns einiges abverlangt.
Unser Gott ist dreifaltig als Erschaffender, als durch Liebe erlösender und als sich verschenkender Gott.
Wie können Drei – Eins sein?
Mit dem Denken allein ist das nicht zu verstehen. Wir alle haben jedoch glücklicherweise Erfahrungen, die über unser Denken hinausgehen und die für uns Menschen letztlich wichtiger sind als das Denken:
etwa Liebes-, oder Beziehungserfahrungen.
Das kann man nichts beweisen. Man spürt aber, sehr schnell, was in der Beziehung steckt, wenn man sich wirklich auf sie einlässt.
Genau so ist das auch bei unserem dreifaltigen Gott. Da kann man nichts beweisen. Aber für diesen Gott kann man sich, wie für so vieles im Leben entscheiden.
Beweisen kann man den Glauben nicht. Aber dass Energie drinsteckt, das merkt man schnell, wenn man sich darauf einlässt und Kontakt zu Gott aufnimmt und behält.

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