Monatsarchiv: August 2017

Du bist der Messias

In jener Zeit, als Jesus in das Gebiet von Cäsarea Philippi kam, fragte er seine Jünger: Für wen halten die Leute den Menschensohn? Sie sagten: Die einen für Johannes den Täufer, andere für Elija, wieder andere für Jeremia oder sonst einen Propheten.
Da sagte er zu ihnen: Ihr aber, für wen haltet ihr mich?
Simon Petrus antwortete: Du bist der Messias, der Sohn des lebendigen Gottes!
Jesus sagte zu ihm: Selig bist du, Simon Barjona; denn nicht Fleisch und Blut haben dir das offenbart, sondern mein Vater im Himmel. Ich aber sage dir: Du bist Petrus – der Fels -, und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen, und die Mächte der Unterwelt werden sie nicht überwältigen.Ich werde dir die Schlüssel des Himmelreichs geben; was du auf Erden binden wirst, das wird auch im Himmel gebunden sein, und was du auf Erden lösen wirst, das wird auch im Himmel gelöst sein. (Mt 16,13-19

Hier geht es nicht nur um ein allgemeines Bekenntnis, hier geht es um unser ganz persönliches Bekenntnis.
Hier geht es um die Frage, ob wir den Schlüssel, den wir in der Taufe von Gott anvertraut bekommen haben, indem er uns beim Namen – also in eine persönliche Beziehung zu ihm -gerufen hat,  und indem der uns Anteil gegeben hat am Königtum Christi (Salbung mit Chrisam), – ob wir diesen Schlüssel im Laufe des Lebens verlegt oder verloren haben, oder ob wir diesen Schlüssel griffbereit haben und ihn so gepflegt haben, dass er benutzt werden kann.
Es ist letztendlich nicht entscheidend, was „die Leute“ sagen, sondern welche Antwort jeder von uns auf die Herausforderungen des Lebens und des Glaubens gibt.
Was halten wir von Gott und wie verhalten wir uns deswegen in unserem Leben?

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Im Vorhof seines Heilgtums

Gott, du unser Beschützer, schau auf das Angesicht deines Gesalbten.
Denn ein einziger Tag in den Vorhöfen deines Heiligtums ist besser als tausend andere. (Ps 84,10-11)

Der Beter aus dem Psalm 84 scheint ein ähnliches Empfinden gehabt zu haben, wie wir.
Wir spüren, dass Gott uns nahe ist, aber gleichzeitig scheint er auch unfassbar, irgendwie entrückt.
Auch wenn wir uns zur Feier der Eucharistie versammeln, (und ihm daher doch ganz nah sind) so spüren wir doch auch, dass wir uns nur im Vorhof seines Heiligtums befinden.
Aber selbst hier erahnen wir seine Größe und Herrlichkeit.
In der Inständigkeit unserer Bitte, in der Geduld, in der gläubigen Zuversicht, in der Demut und Ehrfurcht, die wir Jesus entgegenbringen, kommt unser Vertrauen auf ihn und die Erhörung unser Bitten zum Ausdruck. Hier wird Glaube spürbar und greifbar.
Dieser Glaube, zu dem wir gerufen werden, wird immer wieder auf seine Echtheit geprüft. Mögen auch wir uns immer wieder um einen Glauben mühen, der dieser Prüfung standhält.

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Gott lärmt nicht

In jenen Tagen kam Elija zum Gottesberg Horeb. Dort ging er in eine Höhle, um darin zu übernachten. Doch das Wort des Herrn erging an ihn: Komm heraus, und stell dich auf den Berg vor den Herrn! Da zog der Herr vorüber: Ein starker, heftiger Sturm, der die Berge zerriss und die Felsen zerbrach, ging dem Herrn voraus. Doch der Herr kam nicht im Sturm. Nach dem Sturm kam ein Erdbeben. Doch der Herr kam nicht im Erdbeben. Nach dem Beben kam ein Feuer. Doch der Herr kam nicht im Feuer. Nach dem Feuer kam ein sanftes, leises Säuseln. Als Elija es hörte, hüllte er sein Gesicht in den Mantel, trat hinaus und stellte sich an den Eingang der Höhle. (1 Kön 19, 9a.11-13a)

Gott lärmt nicht. Er dröhnt uns nicht zu.
Wichtig aber ist, nicht nur den äußeren Lärm zu meiden und sich der Flut der Worte zu entziehen, sondern auch das Gebrodel der Gedanken zu beruhigen und den schrillen Chor der inneren Stimmen zum Schweigen zu bringen.
Man muss still sein, schweigen und warten, um zu erfahren, dass Gott nicht im Erdbeben ist, nicht im Sturm oder im Feuer, sondern im leisen Säuseln des Windes.
Die Stille ist der Raum der Gottesbegegnung. Das Schweigen der Ort seiner besonderen Nähe und Gegenwart. In der Stille des Herzens, da, wo wir nicht mehr planen und überlegen, wo wir nicht mehr über andere nachdenken und urteilen, beurteilen, verurteilen, da, wo wir auch aufhören, uns selbst zu bewerten, da wird Gott in uns geboren.
Wir dürfen still sein, uns Gott hinhalten, ohne Druck, nichts müssen: nichts machen, nichts leisten, nichts sagen, nichts fragen. Einfach da sein.
Haben wir den Mut dazu?

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