Monatsarchiv: Mai 2017

Vertrauen

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wenn ihr mich erkannt habt, werdet ihr auch meinen Vater erkennen. Schon jetzt kennt ihr ihn und habt ihn gesehen. Philippus sagte zu ihm: Herr, zeig uns den Vater; das genügt uns. Jesus antwortete ihm: Schon so lange bin ich bei euch, und du hast mich nicht erkannt, Philippus? Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen. Wie kannst du sagen: Zeig uns den Vater? Glaubst du nicht, dass ich im Vater bin und dass der Vater in mir ist? Die Worte, die ich zu euch sage, habe ich nicht aus mir selbst. Der Vater, der in mir bleibt, vollbringt seine Werke. Glaubt mir doch, dass ich im Vater bin und dass der Vater in mir ist; wenn nicht, glaubt wenigstens aufgrund der Werke! (Joh 14,7-11)

„Schon so lange bin ich bei euch, und du hast mich nicht erkannt?“ Er scheint sagen zu wollen: „Warum sucht Ihr nach Geheimnissen, wo die Dinge doch so offensichtlich sind.“ Für mich schwingt da die Frage mit: „Warum vertraut Ihr mir denn immer noch nicht? Ich bin in Gott und Gott ist in mir. Vertraut doch endlich. Macht die Augen auf, seht, begreift und entdeckt, dass es eigentlich doch ganz einfach sein müsste -, ganz einfach – zu glauben. Aber die Ängste halten so oft ab vom Glauben.
Nicht nur damals, auch heute. Die kleinen Ängstlichkeiten des Alltags genauso wie die Grundängste, die unser Dasein begleiten. „Glaubt an Gott! Und glaubt an mich“, sagt Jesus den Seinen in der Stunde des Abschieds. „Glauben“ heißt aus dem Hebräischen übersetzt „sich fest machen“, gemeint ist: vertrauen.
Wir können nicht leben ohne Vertrauen.
Diesem Gott, dem wir vertrauen dürfen, begegnen wir hier immer wieder in der Feier der Eucharistie.
Er legt sich uns in die Hände, er vertraut sich uns an, er geht unseren Weg mit.
Ihn treffen wir immer wieder in seinem Wort und im Sakrament, im „Geheimnis des Glaubens“.

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Auf die Stimme hören

Amen, amen, ich sage euch: Ich bin die Tür zu den Schafen. Alle, die vor mir kamen, sind Diebe und Räuber; aber die Schafe haben nicht auf sie gehört. Ich bin die Tür; wer durch mich hineingeht, wird gerettet werden; er wird ein- und ausgehen und Weide finden. Der Dieb kommt nur, um zu stehlen, zu schlachten und zu vernichten; ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben. (Joh 10,7b-10

In Wahlkampfzeiten werden wir derzeit mit TV-Duellen und Auftritten von Politikern geradezu überschwemmt. Die Kandidaten wollen sich profilieren, wollen Gesicht zeigen und Stimme erheben. Und die TV-Auftritte lassen uns auch einen Blick tun auf die unterschiedlichen Charaktere und Persönlichkeiten. Wir als Wähler können die Personen besser einschätzen. Dabei orientieren wir uns an Gestik und Mimik. Aber besonders auch die Stimme des Kandidaten oder Redners zählt:
– Stimmung, Charakter, Persönlichkeit können eingeschätzt werden
– die Stimme gibt etwas vom Wesen bekannt
–  in der Stimme wird die Beziehung zwischen Sprecher und Angesprochenem deutlich
Dabei wollen Politiker meist ihre Position und Meinung festigen und als möglichst fest darstellen. Sie wollen Pflöcke einrammen und sich abgrenzen.
Wie wohltuend anders ist da doch die Stimme Jesu.
– „Ich bin die Tür“: Hier scheint sein Wesen durch. Er eröffnet uns neue Wege und Perspektiven (Ostern)
– „Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben.“: Er vermittelt die Liebe Gottes und sein grenzenloses Wohlwollen uns Menschen gegenüber. Durch ihn haben wir Zugang zu Gott, finden Lebensraum und Lebenssinn.
Hören wir daher immer wieder auf sein Wort, auf seine Stimme. Lassen wir den Grundton seiner Stimme für unser Leben wichtig und bestimmend werden. Hören wir in Gottesdienst und Eucharistie, aber auch in der persönlichen Betrachtung immer wieder hinein in die hl. Schrift, um den Grundton seiner Stimme aufzunehmen.

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