Monatsarchiv: März 2017

Heilung erfahren

In jener Zeit sah Jesus einen Mann, der seit seiner Geburt blind war. Jesus spuckte auf die Erde; dann machte er mit dem Speichel einen Teig, strich ihn dem Blinden auf die Augen und sagte zu ihm: Geh und wasch dich in dem Teich Schiloach! Schiloach heißt übersetzt: Der Gesandte. Der Mann ging fort und wusch sich. Und als er zurückkam, konnte er sehen. Die Nachbarn und andere, die ihn früher als Bettler gesehen hatten, sagten: Ist das nicht der Mann, der dasaß und bettelte? Einige sagten: Er ist es. Andere meinten: Nein, er sieht ihm nur ähnlich. Er selbst aber sagte: Ich bin es. Da brachten sie den Mann, der blind gewesen war, zu den Pharisäern. Es war aber Sabbat an dem Tag, als Jesus den Teig gemacht und ihm die Augen geöffnet hatte. Auch die Pharisäer fragten ihn, wie er sehend geworden sei. Der Mann antwortete ihnen: Er legte mir einen Teig auf die Augen; dann wusch ich mich, und jetzt kann ich sehen. Einige der Pharisäer meinten: Dieser Mensch kann nicht von Gott sein, weil er den Sabbat nicht hält. Andere aber sagten: Wie kann ein Sünder solche Zeichen tun? So entstand eine Spaltung unter ihnen. Da fragten sie den Blinden noch einmal: Was sagst du selbst über ihn? Er hat doch deine Augen geöffnet. Der Mann antwortete: Er ist ein Prophet. Sie entgegneten ihm: Du bist ganz und gar in Sünden geboren, und du willst uns belehren? Und sie stießen ihn hinaus. Jesus hörte, dass sie ihn hinausgestoßen hatten, und als er ihn traf, sagte er zu ihm: Glaubst du an den Menschensohn? Der Mann antwortete: Wer ist das, Herr? Sag es mir, damit ich an ihn glaube. Jesus sagte zu ihm: Du siehst ihn vor dir; er, der mit dir redet, ist es. Er aber sagte: Ich glaube, Herr! Und er warf sich vor ihm nieder. (Joh 9, 1.6-9.13-17.34-38)

Die Fastenzeit ist für uns wieder die Chance, den Weg des Glaubens neu zu beschreiten. Wir können von der Blindheit für Gottes Gegenwart und sein Wirken in unserer Welt hingelangen zum klaren Blick des Glaubens. Wir dürfen unsere Augen von Christus wieder schärfen lassen.
Das wird uns mit neuer Dankbarkeit und Freude erfüllen.
Das wir uns auch zur Erkenntnis mancher Blindheit unseres Herzens führen. Wir werden manche Unzulänglichkeit und Sünde entdecken. Hier bietet uns Christus die Heilung im Bußsakrament an. Wir dürfen sie zulassen im Wissen um seine heilende und barmherzige Zuwendung.
Dann werden wir durchdringen zum Bekenntnis: „Ich glaube, Herr! Und zur Freude gelangen: „Freue dich, Stadt Jerusalem! Seid fröhlich zusammen mit ihr, alle, die ihr traurig wart. Freut euch und trinkt euch satt an der Quelle göttlicher Tröstung. (Jes 66, 10-11)

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Wasser des Lebens

Das Wasser, das ich gebe, wird zur sprudelnden Quelle, deren Wasser ewiges Leben schenkt (Joh 4,5-42):
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Der Weg, auf dem die Samariterin vom Vordergründigen zum Tiefsinnigen kommt, der Weg also auf dem sich Jesus ihr offenbart und sie ihn dann letztlich erkennt, ist auch für uns interessant und gangbar. Es ist ein Weg, auf dem auch wir Christus erkennen können, uns von seinem Geist erfüllen lassen können.

Es gilt offen zu sein, für die Anrede Jesu, in einen Austausch mit ihm einzusteigen, sein Angebot, das er uns etwa in Gebet, Gottesdienst und Lektüre der hl. Schrift macht, anzunehmen und Fragen zu stellen. „Bist du größer als unser Vater Jakob?“ (Joh 4,12). Dann haben wir die Chance, im Licht seiner Botschaft unser Leben neu zu erkennen und zu deuten und wahrzunehmen, dass Christus in unser Herz schaut und uns durch und durch kennt. Dann werden langsam, nach und nach unsere Fragezeichen zu Ausrufezeichen und wir werden anfanghaft erkennen: „Ich sehe, dass du ein Prophet bist!“ (Joh 4,19).
Unsere Sehnsüchte und Hoffnungen werden zu Tage treten und wir legen die Fundamente unseres Glaubens neu frei. Wir entdecken sie wieder und lernen sie erneut wertzuschätzen. („Ich weiß, dass der Messias kommt, das ist der Gesalbte – Christus.“ [Joh 4,25])
Das gibt uns wieder die Chance, uns der Gemeinschaft der Glaubenden, der Kirche zuzuwenden und gemeinsam nach dem Glauben und besonders nach Christus und seiner Bedeutung für unser Leben zu fragen. („Ist er vielleicht der Messias?“ Joh 4,29)
Es braucht die Gemeinschaft, es braucht „die Kirche“ für den Glauben:
Zweifel und Fragen sind erlaubt, vielleicht sogar notwendig, um zum vollen Glauben, um zu Christus zu gelangen, um gemeinsam bekennen zu können: „Er ist wirklich der Retter der Welt“ (Joh. 4,42)
Er ist auch mein Retter.

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Aufbruch

In jenen Tagen sprach der Herr zu Abram: Zieh weg aus deinem Land, von deiner Verwandtschaft und aus deinem Vaterhaus in das Land, das ich dir zeigen werde. Ich werde dich zu einem großen Volk machen, dich segnen und deinen Namen groß machen. Ein Segen sollst du sein. Ich will segnen, die dich segnen; wer dich verwünscht, den will ich verfluchen. Durch dich sollen alle Geschlechter der Erde Segen erlangen. Da zog Abram weg, wie der Herr ihm gesagt hatte. (Gen 12,1-4a)

Dieser Text, der uns noch ganz am Anfang der Fastenzeit begegnet kann eine erneute Aufforderung und Einladung für uns sein, diese Vorbereitungszeit auf Ostern ernsthaft anzugehen.
Alles, was wir uns an Verzicht oder Einschränkung auferlegen, dient dem Aufbruch, dient dazu, einen Freiraum zu schaffen für Gott. Wir dürfen uns neu auf die Suche nach IHM in unserem Leben machen.
Haben wir da bei uns schon einen Ansatzpunkt gefunden? Etwa eine feste Gebetszeit?
Es braucht Mut, Kraft, Selbstüberwindung, vor allem aber braucht es absolutes Vertrauen auf Gott.
Es geht und es lohnt sich! Wir wissen es und wenn wir noch einen Anstoß oder Beweis benötigen, dürfen wir auf Abram blicken.
Zu ihm sagt Gott: „Durch dich sollen alle Geschlechter der Erde Segen erlangen.“ Und „Ein Segen sollst du sein.“
Wenn wir uns in dieser Fastenzeit aufmachen, dann sind wir wie Abram begleitet vom Segen Gottes und können ein Segen für andere werden. Andere haben dann die Chance, an uns zu erkennen, dass Gott in unserer Welt anwesend ist, dass er jemand ist, mit dem man rechnen darf und auf den man vertrauen kann.
Gott will für alle Menschen erfahrbar und sichtbar werden durch uns: durch die Menschen, die sich Christen nennen.

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Hirtenbrief zur Fastenzeit

In insgesamt drei unterschiedlichen Ausblicken: die persönliche Beziehung zum dreieinigen Gott, den Bezug katholischer Christen zu anderen christlichen Konfessionen und die Bedeutung der Kirche in der pluralistischen Gesellschaft präsentiert Erzbischof Hans-Josef Becker in seinem Hirtenbrief zur Fastenzeit 2017 eine christlich-katholische Standortbestimmung.

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