Monatsarchiv: Februar 2017

Sorglos – Vertrauensvoll

„Macht euch also keine Sorgen und fragt nicht: Was sollen wir essen? Was sollen wir trinken? Was sollen wir anziehen? Denn um all das geht es den Heiden. Euer himmlischer Vater weiß, dass ihr das alles braucht. Euch aber muss es zuerst um sein Reich und um seine Gerechtigkeit gehen; dann wird euch alles andere dazugegeben.“ (Mt 6,31-33)

Das liest sich gut, und mag auch einleuchten. Aber wie kann das im Alltag aussehen? In Passivität zu verfallen, kann ja nicht die Lösung sein, denn wir brauchen Nahrung, Kleidung etc. In den Tag hinein zu leben irgendwann an der Realität des Lebens scheitern müssen.
Aber was tun, um die Worte Christi in rechter Weise umzusetzen? Vertrauen!! Das Notwendige tun, im Vertrauen, dass Gott um mich weiß und er mich im letzten hält. Er ist der tragende Grund meines Lebens. Auf ihn kann ich rückhaltslos vertrauen, wenn ich das Meinige getan habe.
So wie es Generationen vor mir auch schon getan haben und etwa die hl. Therese von Lisieux es ihren Mitschwestern empfiehlt. Wir sind vor Gott, so sagt sie, wie ein kleines Kind, das sich müht eine Treppe zu erklimmen: „Seien Sie damit einverstanden, dieses kleine Kind zu sein. Indem Sie alle Tugenden üben, heben Sie immer Ihren kleinen Fuß, um die Treppe der Heiligkeit zu besteigen. Es wird Ihnen aber nicht einmal gelingen, auf die erste Stufe zu steigen, doch der liebe Gott verlangt von Ihnen nur den guten Willen. Bald wird Er – von Ihren fruchtlosen Anstrengungen bewegt – zu Ihnen herunterkommen und Sie auf Seine Arme nehmen und Sie so für immer in Sein Reich emportragen“ (Apostolischer Prozess 1403)

„Zion sagt: Der Herr hat mich verlassen, Gott hat mich vergessen. Kann denn eine Frau ihr Kindlein vergessen, eine Mutter ihren leiblichen Sohn? Und selbst wenn sie ihn vergessen würde: ich vergesse dich nicht“ (Jes 49,14-15)

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Geist Gottes

Wisst ihr nicht, dass ihr Gottes Tempel seid und der Geist Gottes in euch wohnt? Wer den Tempel Gottes verdirbt, den wird Gott verderben. Denn Gottes Tempel ist heilig, und der seid ihr. (1 Kor 3,16-17)

Gut, dass wir daran wieder einmal erinnert werden! Der Geist Gottes wohnt in uns!
Diesem Geist gilt es sich anzuvertrauen, diesen Geist dürfen wir in uns und durch uns wirken lassen.
Wie oft überlassen wir uns anderen Geistern, dem Geist der Geltungssucht, dem Geist der Macht, dem Geist des Konsums…
Hier aber werden wir an den Geist Gottes erinnert, der uns erheben will, der uns nicht verknechten will, sondern aus den Niederungen herausholen und zur neuen Größe führen will.
Diese Größe und Weite hat Gott für uns vorgesehen.
Wir dürfen uns IHM anvertrauen, von IHM führen lassen.
Wir sind der Tempel Gottes und darum heilig!

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Radikal

Ihr habt gehört, dass zu den Alten gesagt worden ist: Du sollst nicht töten; wer aber jemand tötet, soll dem Gericht verfallen sein. Ich aber sage euch: Jeder, der seinem Bruder auch nur zürnt, soll dem Gericht verfallen sein.
Ihr habt gehört, dass gesagt worden ist: Du sollst nicht die Ehe brechen. Ich aber sage euch: Wer eine Frau auch nur lüstern ansieht, hat in seinem Herzen schon Ehebruch mit ihr begangen.
Ihr habt gehört. dass zu den Alten gesagt worden ist: Du sollst keinen Meineid schwören, und: Du sollst halten, was du dem Herrn geschworen hast.
Ich aber sage euch: Schwört überhaupt nicht. Euer Ja sei ein Ja, euer Nein ein Nein; alles andere stammt vom Bösen. (Mt 5,21- 22a.27-28.33-34a.37)

Jesu „Ich aber sage euch.“ klingt sehr nach Gegensatz zum Bisherigen. So aber ist es gerade nicht gemeint. „Denkt nicht, ich sei gekommen, um das Gesetz und die Propheten aufzuheben. Ich bin nicht gekommen, um aufzuheben, sondern um zu erfüllten.“ (Mt 5,17) Jesus will also das zur ganzen Fülle bringen, was schon da ist. Sein „Ich aber sage Euch“ führt uns weiter und will auch unser Leben zur Fülle bringen.
Dadurch, dass Jesus die Form der Gegenüberstellung wählt, will er uns zu neuer Aufmerksamkeit bewegen.
Scheinbar stehen seine Worte gegen das bisherige Gesetz.
Tatsächlich jedoch legt er die eigentliche Kernaussage frei. Durch diese Provokation bringt Jesus den eigentlichen Gotteswillen neu zum Leuchten.
Es geht nicht erst um das, was im Gebot formuliert ist, sondern schon um das, was dem vorausgeht.
Es geht nicht um einen Gesetzesgehorsam, sondern um einen Geist, der im alltäglichen Leben die Gottes-, Nächsten-, und Selbstliebe vereint.
Nicht erst der Mord ist zu verurteilen, sondern schon die innere Ablehnung des anderen. Jesus fordert eine radikale Bejahung des Nächsten.
Nicht erst der Ehebruch ist zu verurteilen, sondern schon der lüsterne Blick, das Sich-Treiben-lassen durch unsere bis in den letzten Winkel sexualisierte Welt. Jesus fordert eine radikale Zuwendung zum geliebten Menschen.
Nicht erst der Meineid ist zu verurteilen, sondern jeder Schwur. Denn schwören muss nur der, dem man misstrauen muss, weil ihm die Wahrhaftigkeit fremd ist. Jesus fordert eine radikale Wahrhaftigkeit, die keinen Schwur mehr nötig hat.
Wer so auf der Evangelium schaut, der spürt, wie Jesus uns zum Glück führen will. Glücklich macht Ehrlichkeit, Authentisch-Sein und Geradlinigkeit. Euer Ja sei ein Ja, euer Nein ein Nein – alles andere stammt vom Bösen. Wenn Gott uns etwas vorschreibt, dann deshalb, damit wir glücklich werden.
„Feuer und Wasser sind vor dich hingestellt; streck deine Hände aus nach dem, was dir gefällt.“ (Sir 15,16)

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„Nachleuchten“

Ihr seid das Licht der Welt. Eine Stadt, die auf dem Berg liegt, kann nicht verborgen bleiben. Man zündet auch nicht ein Licht an und stülpt ein Gefäß darüber, sondern man stellt es auf den Leuchter; dann leuchtet es allen im Haus. So soll euer Licht vor den Menschen leuchten, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen. (Mt 5,14-16)

Jesu Satz: „Ihr seid das Licht der Welt.“ Hat ein ungeheures Gewicht, und eine immense Aussage für uns. Um das zu erkennen, müssen wir uns bewusst machen, dass doch eigentlich Christus das Licht der Welt ist. Als solcher wird er auch in der Bibel an vielen Stellen genannt. Denken wir nur an den Satz des Simeon als Jesus von Maria und Josef in den Tempel gebracht wird: „Nun lässt du Herr einen Knecht in Frieden scheiden, denn meine Augen haben das Heil gesehen. Ein Licht das die Heiden erleuchtet, und Herrlichkeit für dein Volk Israel.“
Und plötzlich spricht Christus uns diese Würde zu, die eigentlich nur ihm zukommt. „Ihr seid das Licht der Welt.“
Eine ungeheure Würde, aber auch eine nicht zu unterschätzende Aufgabe.
Wir dürfen sein Licht in diese Welt hinein „reflektieren“.
Vielleicht so wie die vielen „nachleuchtenden“ Schilder die im Notfall den Weg aus Gebäuden weisen sollen. Sie nehmen das Licht aus der Umgebung auf und geben es bei Dunkelheit wieder.
So dürfen auch wir das Licht Christi aufnehmen, es wiedergeben und so inmitten einer Welt, die oft den Weg nicht mehr kennt, diesen Weg weisen. „Tut alles ohne Murren und Bedenken, damit ihr rein und ohne Tadel seid, Kinder Gottes ohne Makel mitten in einer verdorbenen und verwirrten Generation, unter der ihr als Lichter in der Welt leuchtet.“ (Phil 2,14-15). Damit wir als Christen dieser Aufgabe gerecht werden können, sollten wir uns immer wieder in das Licht Christi stellen, das uns in der Eucharistie, den anderen Sakramenten und dem Wort Gottes leuchtet. Stellen wir uns in Christi Licht, damit es in unserem Denken, Fühlen, Reden und Handeln für unsere Welt sichtbar wird. „So soll euer Licht vor den Menschen leuchten, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen.“

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