Monatsarchiv: Juli 2016

Vom Haben zum Sein

In jener Zeit bat einer aus der Volksmenge Jesus: Meister, sag meinem Bruder, er soll das Erbe mit mir teilen. Er erwiderte ihm: Mensch, wer hat mich zum Richter oder Schlichter bei euch gemacht? Dann sagte er zu den Leuten: Gebt acht, hütet euch vor jeder Art von Habgier. Denn der Sinn des Lebens besteht nicht darin, dass ein Mensch aufgrund seines großen Vermögens im Überfluss lebt. (Lk 12,13-15)

Jesus weigert sich, den Richter zu spielen und aus einem „Haber“ zwei „Haber“ zu machen. Dazu ist er nicht berufen.
Seine Aufgabe ist es, die Identitäts- und Sinnsuche des Menschen auf eine andere Ebene zu verlagern, weg von der materiellen Besitzebene.
Sich in den Erbschaftsstreit einzumischen und sich um das Aufteilen der materiellen Schätze auf zwei Personen zu kümmern, würde die Unsinnigkeit der Sinnsuche durch Besitz nur verdoppeln.
Jesu Aufgabe ist die Hinführung des Menschen zu seinem eigentlichen Ziel – die Erneuerung von innen heraus, die Annäherung an das Bild seines Schöpfers durch die Wandlung vom „Haben“ zum „Sein“.
Wer aus einem Sein von Gott her und auf Ihn hin lebt, kann in Gelassenheit und seelischer Freiheit genießen, was ihm zur Verfügung steht, ohne darin sein Glück und seine Identität zu finden und ohne bei Verlusten und Misserfolgen zusammenzubrechen und sich existentiell bedroht zu fühlen.

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„Herzlich – herzhaft – barmherzig“

„Herzlich – herzhaft – barmherzig“ lautet das Leitwort des diesjährigen Libori-Festes. Erzbischof Hans-Josef Becker betont in seinem Grußwort zum Fest, Libori stehe für die Herzlichkeit der Kirmes, den herzhaften Geschmack des Marktes und die Begegnung von Gott und Mensch in den gottesdienstlichen Feiern der Kirche. Nicht zuletzt weise das diesjährige Leitwort auf das außerordentliche „Heilige Jahr der Barmherzigkeit“ hin, das Papst Franziskus am 8. Dezember 2015 für die Weltkirche eröffnet hat. Deswegen werde es auch und gerade in den Gottesdiensten darum gehen, den Aspekt der Barmherzigkeit erfahrbar zu machen.

Die Libori-Festwoche beginnt in diesem Jahr am Samstag, den 23. Juli, und endet am Sonntag, den 31. Juli. Die kirchlichen Feiern beginnen am Samstag, den 23. Juli, wenn die Reliquien des heiligen Liborius im vergoldeten Schrein aus der Domkrypta in den Hochchor des Domes überführt und zur Verehrung ausgestellt werden. Erzbischof Hans-Josef Becker wird der Pontifikalvesper als Offiziant vorstehen. Im Hochchor bleibt der Reliquien-Schrein während des traditionellen Libori-Triduums bis zum Dienstag, 26. Juli. Den Abschluss der Festwoche am Sonntag, 31. Juli, bildet der „Tag der Familien“.

Libori 2016 – Programmübersicht und Download des Libori-Begleiters

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Besinnung

In jener Zeit kam Jesus in ein Dorf, und eine Frau namens Marta nahm ihn freundlich auf. Sie hatte eine Schwester, die Maria hieß. Maria setzte sich dem Herrn zu Füßen und hörte seinen Worten zu. Marta aber war ganz davon in Anspruch genommen, für ihn zu sorgen. Sie kam zu ihm und sagte: Herr, kümmert es dich nicht, dass meine Schwester die ganze Arbeit mir allein überlässt? Sag ihr doch, sie soll mir helfen! Der Herr antwortete: Marta, Marta, du machst dir viele Sorgen und Mühen. Aber nur eines ist notwendig. Maria hat das Bessere gewählt, das soll ihr nicht genommen werden. (Lk 10,28-42)

Der Besuch Jesu bei Maria und Martha muss im Zusammenhang mit der Samaritergeschichte (Lk 10, 25-37) gesehen werden. Dieser Zusammenhang sagt uns: Nicht beten statt arbeiten, nicht Aktivität an Stelle von Besinnung, sondern beides: Beten und arbeiten, Innerlichkeit und Tätigsein; beides zur rechten Zeit – das will uns Jesus sagen.
In unserer Zeit und Gesellschaft allerdings, wo scheinbar nur Leistung und Betriebsamkeit zählen, muss natürlich die Besinnung besonders betont werden. Wir müssen wieder zur Besinnung zurückfinden.
Wir brauchen heute mehr denn je auch Zeiten der Stille und des Nachdenkens; wir brauchen Zeiten des Innehaltens und der Neuorientierung.
Wir brauchen Zeiten der Besinnung, damit wir nicht in unserer Geschäftigkeit ganz aufgehen oder darin sogar untergehen.
Denn wer glaubt, dass er ohne auf Jesus zu hören, ohne innere Einkehr erfolgreich, fruchtbar und segensreich wirken kann, der täuscht sich einfach.

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Unterwegs

unterwegs

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9. Juli 2016 · 14:24

Trost und Freude

Freut euch mit Jerusalem! Jubelt in der Stadt, alle, die ihr sie liebt. Seid fröhlich mit ihr, alle, die ihr über sie traurig wart. Saugt euch satt an ihrer tröstenden Brust, trinkt und labt euch an ihrem mütterlichen Reichtum! Denn so spricht der Herr: Seht her: Wie einen Strom leite ich den Frieden zu ihr und den Reichtum der Völker wie einen rauschenden Bach. Ihre Kinder wird man auf den Armen tragen und auf den Knien schaukeln. Wie eine Mutter ihren Sohn tröstet, so tröste ich euch; in Jerusalem findet ihr Trost. Wenn ihr das seht, wird euer Herz sich freuen, und ihr werdet aufblühen wie frisches Gras. So offenbart sich die Hand des Herrn an seinen Knechten. (Jes 66,10-14c)

Für uns heute ist »Jerusalem« überall dort, wo wir zusammenkommen, um miteinander Eucharistie zu feiern – da ist uns Gott besonders nahe, da können wir Trost und Freude erfahren. Gerade die Eucharistie erfahren wir immer wieder als Ruhepol und Kraftquelle für unseren Alltag und unsere Aufgaben.
Hier verbindet sich Gott selber auf einzigartige Weise mit uns Menschen.
Vor allem im Empfang der Kommunion, im göttlichen Mahl, wird das deutlich.
Hier stärkt uns Christus mit der Speise, die er selber ist, stärkt er uns mit seinem Leib und seinem Blut, damit wir sein göttliches Leben in uns haben, seine Vitalität, seine Kraft. Wir spüren, wir brauchen die Eucharistie.
Trost, Frieden und Freude will uns Gott schenken – es soll uns so gut gehen, wie es einem Baby bei seiner Mutter geht. Wie eine Mutter ihren Sohn tröstet, so will uns Gott trösten. Darüber dürfen wir uns freuen. – Das ist eine großartige Botschaft – die sollten wir doch eigentlich weitersagen!

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