Die enge Tür…

In jener Zeit zog Jesus auf seinem Weg nach Jerusalem von Stadt zu Stadt und von Dorf zu Dorf und lehrte. Da fragte ihn einer: Herr, sind es nur wenige, die gerettet werden? Er sagte zu ihnen: Bemüht euch mit allen Kräften, durch die enge Tür zu gelangen; denn viele, sage ich euch, werden versuchen hineinzukommen, aber es wird ihnen nicht gelingen. […]
Und man wird von Osten und Westen und von Norden und Süden kommen und im Reich Gottes zu Tisch sitzen. Dann werden manche von den Letzten die Ersten sein und manche von den Ersten die Letzten. (Lk 13 ,22-24;29-30)

Beim Lesen dieser Zeilen stellt sich doch sofort die Frage: Wo ist die enge Tür?
Und wir sind schnell dabei, sie als die enge Tür am Ende unserer Tage zu deuten.
Was aber, wenn es vielleicht die vielen kleinen und engen Türen unseres Alltages sind die hier angesprochen werden?
Die Tür zum Pflegebedürftigen, zum Kranken, zum schwierigen Partner, zum Verzweifelten, zum in sich Verschlossenen, zum Menschen mit Fragen und Problemen …
Jesus warnt vor den weiten Toren der Bequemlichkeit, des Luxus, des Vergnügens, der scheinbaren Grenzenlosigkeit menschlichen Tuns.
Wir selber sind es, die entscheiden, welche Tür wir nehmen, welche wir öffnen und welche wir verschließen.
Ein schönes Beispiel einer kleinen und engen Tür mitten im Alltag konnten wir dieser Tage bei den Olympischen Spielen in Rio erleben:

Dazu meinte Abbey D´Agostino (USA):Obwohl meine Handlungen zu dem Zeitpunkt rein instinktiv waren, kann ich es mir nur so erklären, dass Gott mich darauf vorbereitet hat, in diesem Moment so zu reagieren. Die ganze Zeit, die ich hier in Rio bin, hat Gott mir klar gemacht, dass es um mehr ging als meine Wettkampf-Leistung – und in dem Moment, in dem ich Nikki aufstehen sah, wußte ich: Das ist es.
Weitere Hintergrundinfos: <hier>

 

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Mariä Himmelfahrt

Maria, eine einfache, unbekannte Frau, eine „niedrige Magd“ aus dem jüdischen Volk, eine für alle – wird ins Paradies gerufen, in die Herrlichkeit Gottes, in die Vollendung, in den Himmel.
Wird dort aufgenommen mit Leib und Seele, mit Haut und Haar, mit ihrem ganzen Leben, mit allen Erfahrungen, mit ihren Freuden und Sorgen, mit allem, was ihr Leben ausmacht.
Das ist unsere jeweilige Welt, die unser Leben ausmacht, und dafür steht das Wort „Leib“, mit dem wir in unserer Welt vorkommen und handeln.
Es geht um den ganzen Menschen, der bei Gott ankommt.

Maria ist als erste angekommen, als erste von uns allen.

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Links- oder Rechtsverkehr? ;-)

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Ich bin gekommen, um Feuer auf die Erde zu werfen. Wie froh wäre ich, es würde schon brennen! Ich muss mit einer Taufe getauft werden, und ich bin sehr bedrückt, solange sie noch nicht vollzogen ist. Meint ihr, ich sei gekommen, um Frieden auf die Erde zu bringen? Nein, sage ich euch, nicht Frieden, sondern Spaltung. Denn von nun an wird es so sein: Wenn fünf Menschen im gleichen Haus leben, wird Zwietracht herrschen: Drei werden gegen zwei stehen und zwei gegen drei, der Vater gegen den Sohn und der Sohn gegen den Vater, die Mutter gegen die Tochter und die Tochter gegen die Mutter, die Schwiegermutter gegen ihre Schwiegertochter und die Schwiegertochter gegen die Schwiegermutter. (Lk 12, 49-53)

Es geht darum, sich neu für Christus zu entscheiden, es immer wieder zu tun, jeden Tag. Ja sagen zu ihm, zu dem, was er ist und was er für uns will.
Da gibt es keine Kompromisse. Ein bisschen glauben geht nicht.
Es ist wie im Straßenverkehr. Auch auf der Straße gibt es zwischen Linksverkehr und Rechtsverkehr keinen Kompromiss. Entweder wir fahren alle auf dieser Seite oder auf der anderen. Wer da unentschieden ist, gefährdet sein Leben.
Wer sich für Christus entschieden hat, sollte es auch ganz tun, soll zu ihm wirklich Ja sagen, soll versuchen, in seinem Sinn zu leben.
Wir stehen vor Gott, dem Herrn.
Er öffnet sich in seiner Liebe, wendet sich uns zu.
Da kann die Antwort doch nur die sein:
Ich mache keine halben Sachen, sondern nur ganze.
Ich übergebe mich dir ganz, ich will ganz zu dir gehören.
Ich habe Gemeinschaft mit dir und ich zeige dies auch.
Jeder darf wissen, auf welcher Seite ich stehe.

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Glaube heißt…

Glaube ist: Feststehen in dem, was man erhofft, Überzeugtsein von Dingen, die man nicht sieht. Aufgrund dieses Glaubens haben die Alten ein ruhmvolles Zeugnis erhalten.
Aufgrund des Glaubens gehorchte Abraham dem Ruf, wegzuziehen in ein Land, das er zum Erbe erhalten sollte; und er zog weg, ohne zu wissen, wohin er kommen würde.
Aufgrund des Glaubens hielt er sich als Fremder im verheißenen Land wie in einem fremden Land auf und wohnte mit Isaak und Jakob, den Miterben derselben Verheißung, in Zelten; denn er erwartete die Stadt mit den festen Grundmauern, die Gott selbst geplant und gebaut hat.
(Hebr 11,1+2.8-10)

Der Hebräerbrief arbeitet mit Beispielen aus der Geschichte, was Glauben praktisch und konkret bedeutet:
Glauben – das heißt: Unterwegs-Sein, Pilger-Sein, mit klarem Ziel und fester Überzeugung.
Als Beispiel dient der Glauben des Abraham.
Gott ruft ihn heraus aus allem, was sein Leben bisher ausmachte. Heraus aus wohlerworbenen Sicherheiten, heraus aus der Geborgenheit von Sippe und Volk, heraus aus den Überlieferungen von Sitte und Kultur, heraus aus Wohlstand und Reichtum.
Abraham folgt diesem Ruf, bricht auf, zieht aus – nicht auf eigenes Risiko, sondern im Vertrauen auf den herausrufenden Gott und um des verheißenen Zieles willen!

Wenn wir wie Abraham glauben würden, müssten auch wir immer wieder neu aufbrechen aus Bequemlichkeit, Gleichgültigkeit, aus dem Trend der Masse und der Mode,
aus den sogenannten Sachzwängen, aus dem, was Politik und Wirtschaft als das Selbstverständliche und nicht mehr Hinterfragbare hinstellen.
Glauben stellt uns hinein in die Einsamkeit einer Entscheidung vor Gott.

Im Glauben unterwegs sein bedeutet:
sich immer wieder aus der Bahn werfen zu lassen; bereit sein, sich immer wieder neue Ziele zeigen zu lassen;
Tag für Tag neu auf den je aktuellen Ruf Gottes hinzuhören;
die „Freiheit der Kinder Gottes“ zu kultivieren, die sich nicht einfangen lässt vom Vordergründigen, weil der Glaubende weiß, was wirklich zählt und vor Gott Bestand hat.

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Vom Haben zum Sein

In jener Zeit bat einer aus der Volksmenge Jesus: Meister, sag meinem Bruder, er soll das Erbe mit mir teilen. Er erwiderte ihm: Mensch, wer hat mich zum Richter oder Schlichter bei euch gemacht? Dann sagte er zu den Leuten: Gebt acht, hütet euch vor jeder Art von Habgier. Denn der Sinn des Lebens besteht nicht darin, dass ein Mensch aufgrund seines großen Vermögens im Überfluss lebt. (Lk 12,13-15)

Jesus weigert sich, den Richter zu spielen und aus einem „Haber“ zwei „Haber“ zu machen. Dazu ist er nicht berufen.
Seine Aufgabe ist es, die Identitäts- und Sinnsuche des Menschen auf eine andere Ebene zu verlagern, weg von der materiellen Besitzebene.
Sich in den Erbschaftsstreit einzumischen und sich um das Aufteilen der materiellen Schätze auf zwei Personen zu kümmern, würde die Unsinnigkeit der Sinnsuche durch Besitz nur verdoppeln.
Jesu Aufgabe ist die Hinführung des Menschen zu seinem eigentlichen Ziel – die Erneuerung von innen heraus, die Annäherung an das Bild seines Schöpfers durch die Wandlung vom „Haben“ zum „Sein“.
Wer aus einem Sein von Gott her und auf Ihn hin lebt, kann in Gelassenheit und seelischer Freiheit genießen, was ihm zur Verfügung steht, ohne darin sein Glück und seine Identität zu finden und ohne bei Verlusten und Misserfolgen zusammenzubrechen und sich existentiell bedroht zu fühlen.

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„Herzlich – herzhaft – barmherzig“

„Herzlich – herzhaft – barmherzig“ lautet das Leitwort des diesjährigen Libori-Festes. Erzbischof Hans-Josef Becker betont in seinem Grußwort zum Fest, Libori stehe für die Herzlichkeit der Kirmes, den herzhaften Geschmack des Marktes und die Begegnung von Gott und Mensch in den gottesdienstlichen Feiern der Kirche. Nicht zuletzt weise das diesjährige Leitwort auf das außerordentliche „Heilige Jahr der Barmherzigkeit“ hin, das Papst Franziskus am 8. Dezember 2015 für die Weltkirche eröffnet hat. Deswegen werde es auch und gerade in den Gottesdiensten darum gehen, den Aspekt der Barmherzigkeit erfahrbar zu machen.

Die Libori-Festwoche beginnt in diesem Jahr am Samstag, den 23. Juli, und endet am Sonntag, den 31. Juli. Die kirchlichen Feiern beginnen am Samstag, den 23. Juli, wenn die Reliquien des heiligen Liborius im vergoldeten Schrein aus der Domkrypta in den Hochchor des Domes überführt und zur Verehrung ausgestellt werden. Erzbischof Hans-Josef Becker wird der Pontifikalvesper als Offiziant vorstehen. Im Hochchor bleibt der Reliquien-Schrein während des traditionellen Libori-Triduums bis zum Dienstag, 26. Juli. Den Abschluss der Festwoche am Sonntag, 31. Juli, bildet der „Tag der Familien“.

Libori 2016 – Programmübersicht und Download des Libori-Begleiters

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Besinnung

In jener Zeit kam Jesus in ein Dorf, und eine Frau namens Marta nahm ihn freundlich auf. Sie hatte eine Schwester, die Maria hieß. Maria setzte sich dem Herrn zu Füßen und hörte seinen Worten zu. Marta aber war ganz davon in Anspruch genommen, für ihn zu sorgen. Sie kam zu ihm und sagte: Herr, kümmert es dich nicht, dass meine Schwester die ganze Arbeit mir allein überlässt? Sag ihr doch, sie soll mir helfen! Der Herr antwortete: Marta, Marta, du machst dir viele Sorgen und Mühen. Aber nur eines ist notwendig. Maria hat das Bessere gewählt, das soll ihr nicht genommen werden. (Lk 10,28-42)

Der Besuch Jesu bei Maria und Martha muss im Zusammenhang mit der Samaritergeschichte (Lk 10, 25-37) gesehen werden. Dieser Zusammenhang sagt uns: Nicht beten statt arbeiten, nicht Aktivität an Stelle von Besinnung, sondern beides: Beten und arbeiten, Innerlichkeit und Tätigsein; beides zur rechten Zeit – das will uns Jesus sagen.
In unserer Zeit und Gesellschaft allerdings, wo scheinbar nur Leistung und Betriebsamkeit zählen, muss natürlich die Besinnung besonders betont werden. Wir müssen wieder zur Besinnung zurückfinden.
Wir brauchen heute mehr denn je auch Zeiten der Stille und des Nachdenkens; wir brauchen Zeiten des Innehaltens und der Neuorientierung.
Wir brauchen Zeiten der Besinnung, damit wir nicht in unserer Geschäftigkeit ganz aufgehen oder darin sogar untergehen.
Denn wer glaubt, dass er ohne auf Jesus zu hören, ohne innere Einkehr erfolgreich, fruchtbar und segensreich wirken kann, der täuscht sich einfach.

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